
Am Tempelhofer Damm in Berlin entbrannt ein Streit um die Fällung von Bäumen, die im Zuge einer umfassenden Sanierung des U6-Tunnels sowie des Austauschs von Wasserrohren weichen müssen. Laut Angaben der BVG und Wasserbetriebe sollen im Winter 2025/26 etwa 160 Bäume, die zwischen 20 und 50 Jahre alt sind, gefällt werden. Diese Maßnahme ist Teil der notwendigen Arbeiten zur Verbreiterung der Fahrbahnen, die seit den 50er Jahren nicht erweitert wurden. Die Bürgerinitiative „futur:ista“, unterstützt von Umweltverbänden und dem Fahrradaktivisten Heinrich Strößenreuther, fordert, die Fällung der Bäume zu verhindern, da dies gesundheitliche Belastungen für über 620 Anwohner verursachen könnte, wie Bild berichtete.
Die Initiative behauptet, dass die Bäume nur gefällt werden, um Platz für eine provisorische Fahrbahn zu schaffen. Die Bezirksstadträtin Saskia Ellenbeck (Grüne) hat angekündigt, die Genehmigung zum Fällen der Bäume zu verweigern, auch wenn die Notwendigkeit der infrastrukturellen Sanierung nicht bestritten wird. Ein Vergleich mit einem ähnlichen Fall in Kreuzberg, wo 18 Bäume für die Instandsetzung des U7-Tunnels gefällt wurden, verdeutlicht die Problematik.
Änderungen an den Fällplänen
Zusätzlich zu den geplanten Fällungen berichtet Entwicklungsstadt, dass der Berliner Senat kurzfristig Änderungen an den Neugestaltungsplänen für den Tempelhofer Damm vornahm. Entgegen früherer Zusagen sollen nun 60 Straßenbäume gefällt werden. Diese Fällungen betreffen den 2,2 Kilometer langen Mittelstreifen zwischen Platz der Luftbrücke und Borussiastraße. Verkehrs-Staatssekretär Johannes Wieczorek (CDU) rechtfertigte die Entscheidung mit einer „besseren Ökobilanz und mehr Flexibilität in der Baustellenlogistik“.
Die betroffenen Bäume sind laut Baumkataster bis zu 60 Jahre alt. Der Umweltverband BUND Berlin kritisiert die Fällung und betont den ökologischen Nutzen der großen Bäume, die durch nachgepflanzte Bäume nicht in absehbarer Zeit ersetzt werden können. Kritiker vermuten einen politischen Richtungswechsel unter der neuen CDU-geführten Mobilitätsverwaltung, da die Fällentscheidung dem überarbeiteten Bauplan von März 2024 widerspricht, der den Erhalt der Bäume vorsah.