KulmbachNürnberg

Metropolregion Nürnberg: Auf dem Weg zum Welt-Agrarkulturerbe!

Der Beirat „Welt-Agrarkulturerbe“ der Europäischen Metropolregion Nürnberg hielt kürzlich ein Treffen im Landratsamt Kulmbach ab. In dieser Sitzung, die unter der Leitung von Beiratsvorsitzendem Landrat Klaus Peter Söllner stattfand, wurden die nächsten Schritte zur Erstellung der Bewerbungsunterlagen für die Anerkennung als Welt-Agrarkulturerbe bei der Welternährungsorganisation (FAO) besprochen. Anwesend waren auch Geschäftsführerin Dr. Christa Standecker, Projektmanagerin Dr. Sabine Groß sowie zahlreiche Beiratsmitglieder.

Der Beirat, der sich aus Vertretern von Politik, Land- und Ernährungswirtschaft, Lebensmittelhandel, Gastronomie sowie Wissenschaft und Forschung zusammensetzt, möchte mit dieser Bewerbung die landwirtschaftlichen Produktionssysteme als Teil der Verflechtung von Stadt und Land darstellen. Die FAO zeichnet besonders bemerkenswerte Landwirtschaftssysteme mit dem Titel „Welt-Agrarkulturerbe“ aus, und bisher haben 89 Systeme aus 28 Ländern diese Auszeichnung erhalten. Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung wäre die Metropolregion Nürnberg die erste deutsche Region mit dem Titel eines Welt-Agrarkulturerbes.

Wichtige Gespräche in Brüssel

Zusätzlich dazu reisten rund 80 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik der Metropolregion Nürnberg nach Brüssel, um sich mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments, EU-Institutionen und Experten auszutauschen. Die Delegation führte insgesamt 12 Gespräche und betonte die Innovations- und Wirtschaftskraft der Region. Johann Kalb, Ratsvorsitzender der Metropolregion, stellte dabei hervor, dass die Region laut dem EU-Innovation Scoreboard zu den innovativsten Europas gehört, über dem deutschen und europäischen Durchschnitt.

Isidro Laso Ballesteros von der EU-Kommission empfahl, sich als „Innovation Valley“ zu bewerben, um Fördergelder zu sichern. Während der Reise ins Silicon Valley wurde die Möglichkeit diskutiert, Europa als attraktives Ziel für Fachkräfte zu präsentieren. In einem weiteren Teil der Diskussion präsentierte Professor Sebastian Trump eine KI-gesteuerte Klavieranwendung. Der Austausch über die Potenziale und Grenzen von Künstlicher Intelligenz (KI) war im Fokus der Gespräche zwischen Vertretern der Metropolregion und der EU-Kommission.

Zusätzlich wurden innovative Projekte vorgestellt, wie das Projekt „E|MPower“, welches eine Technologie zur Ladung von E-Fahrzeugen während der Fahrt entwickelt, mit einer geplanten Teststrecke in Nordbayern ab 2025. Ein weiteres Projekt, SiC4DC, zielt darauf ab, Energieeinsparungen und Effizienzsteigerungen in der Industrie durch SiC-Halbleiter und KI-gestütztes Energiemanagement zu erreichen. Darüber hinaus warb der Medical Valley für die Verbesserung der Nutzung von Gesundheitsdaten in Europa im Rahmen des European Health Data Space (EHDS).

Die Metropolregion Nürnberg engagiert sich bereits seit 2012 für Klimaschutz und die Energiewende und hebt die Bedeutung von Stadt-Land-Partnerschaften hervor, um diese Ziele zu erreichen. Im Kontext der Bewerbung als Welt-Agrarkulturerbe und der stetigen Arbeiten an innovativen Projekten zeigt sich die Metropolregion gut aufgestellt, um ihre Ziele in der Land- und Ernährungswirtschaft erfolgreich zu verfolgen.