Rosenheim

Jagdgenossenschaften in Rosenheim: Biber, Ehrungen und neue Pläne!

Die Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Landkreis Rosenheim hat ihre Jahresversammlung im Gasthaus Höhensteiger in Westerndorf St. Peter abgehalten. Die Versammlung befasste sich mit verschiedenen aktuellen Verbands- und Jagdthemen sowie der Ehrung ausgeschiedener Jagdvorstände.

Vorsitzender Franz Schnaiter eröffnete die Veranstaltung und informierte über die Berichte von Kassier Sepp Lebmeier und Prüfer Alois Kalteis. Ein zentrales Thema der Versammlung war „Biber“. Dabei wurde entschieden, dass im Landkreis Rosenheim auf die Anstellung eines hauptamtlichen Biberberaters verzichtet wird. Stattdessen soll die Ausbildung ehrenamtlicher Biberberater verstärkt werden.

Abschusspläne und Hegegemeinschaften

Ein weiterer Punkt der Diskussion waren die drei Jahre gültigen Abschusspläne, die neu erstellt und eventuell in ihrer Geltungsdauer geändert werden sollen. Franz Schnaiter bedankte sich bei den Landwirten, die bei der Rettung von Rehkitzen durch Aufstecken und Drohneneinsätze unterstützen. Die Bayerische Staatsregierung hat zudem beschlossen, dass Vertreter der Jagdgenossenschaften künftig bei Hegeschauen der Jägervereinigungen mit einbezogen werden.

Die nächsten Pflichthegeschauen der Jägervereinigung Rosenheim finden am 5. April um 19 Uhr in der Wendelsteinhalle in Brannenburg sowie am 12. April ab 19 Uhr in der Festhalle von Hohenaschau statt. Dabei werden die Hegegemeinschaften Rosenheim und Inntal sowie Kampenwand, Chiemsee West, Simssee und Halfing berücksichtigt.

Stellvertretender Landrat Josef Huber betonte die Wichtigkeit des Miteinanders von Jägern, Jagdgenossen, Kommunen sowie Wald- und Grundstücksbesitzern. Bei der Versammlung wurden außerdem langjährige, ausgeschiedene Jagdvorstände geehrt, darunter Georg Gasteiger, Hans Rauch, Anton Scheidl und viele mehr, die teilweise bis zu 35 Jahre im Amt waren.

Forstdirektor Marius Benner hielt einen Vortrag über „Eigenbewirtschaftung vs. Pachtverhältnis“ und Joachim Käs, Landessprecher für Jagdpachtvertreter in Bayern, berichtete über den neuesten Stand zum Jagdpachtvertrag. Abschließend wurde zur Landkreis-Waldbegehung bei der Jagdgenossenschaft Degerndorf am 5. April um 13 Uhr in Altenburg 1, Brannenburg eingeladen. Das Thema dabei lautet: „Wildschäden im Voralpenland – ist der Bergwald noch zu retten?“.

Im Kontext der Abschussregelungen haben sich in der Jagdpraxis komplexe Herausforderungen ergeben. Wie [die Jagdrechtskanzlei](https://www.die-jagdrechtskanzlei.de/de/jagdrecht/die-abschussregelung/) berichtet, können Jagdausübungsberechtigte oder Jagdverpflichtete unter Umständen den Abschussplan unterschreiten. Während in manchen Fällen dies aus einer übertriebenen „Liebe“ zum Wild oder Zeitmangel geschieht, kann in anderen Fällen die Einhaltung der Abschussvorgaben aufgrund extremer Wetterbedingungen oder hoher Abschussvorgaben, die von Forstverwaltungen festgelegt werden, behindert werden. Externe Faktoren wie schwere Winter oder Stoffwechselstörungen bei dem Wild beeinflussen ebenfalls die Erfüllung der Abschusspläne.

Es ist zu beachten, dass die untere Jagdbehörde auf die Jagdausübenden Druck ausüben kann, um die Vorgaben zu gewährleisten. Dokumentierte jagdliche Aktivitäten sind daher von Bedeutung, um nachzuweisen, dass durch intensivere Bejagung die Wildkonzentrationen verringert wurden.