
Das Dachsbräu-„Bräustüberl“ in Weilheim steht vor einer ungewissen Zukunft, da die Betreiber Karl und Vanya Sonneck aus gesundheitlichen Gründen die Gaststätte aufgeben möchten. Das Ehepaar führt das beliebte Lokal seit nahezu zehn Jahren und hat bereits die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet. Der Standort ist nicht nur bei Einheimischen, sondern auch bei Touristen für seine bayerische Küche und sein Bier bekannt.
Das Bräustüberl sowie der zugehörige Biergarten bieten Platz für jeweils knapp 130 Personen. Karl Sonneck, der über 40 Jahre Erfahrung in der Gastronomie besitzt, hat gesundheitliche Probleme, die ihn zur Schließung des Lokals zwingen. Ein festes Datum für die Schließung steht noch nicht fest, jedoch gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Nachfolger als schwierig. Die Sonnecks möchten einen nahtlosen Übergang für die Nachfolge und haben deshalb einen Aufruf in sozialen Netzwerken gestartet, um Interessenten zu finden. Es gibt bereits einige Kandidaten, doch die Herausforderung bleibt.
Wirtshaussterben in Bayern
Der Fall des Dachsbräu-„Bräustüberl“ spiegelt eine größere Krise wider, die die Gastronomie in Bayern betrifft. Laut dem Statistischen Bundesamt mussten in diesem Jahr über 3.500 Gastronomiebetriebe in Bayern schließen. Besonders kleinere Brauereien sind betroffen, da Gasthöfe für ihr Überleben essenziell sind, wie [br.de](https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/so-leiden-brauereien-in-bayern-unter-dem-wirtshaussterben,UW5W5n4) berichtet. Zum Beispiel fand die Brauerei Wildbräu Grafing, die viel Geld in die Generalsanierung ihres Wildbräustüberls investiert hatte, sich gezwungen, nach einem neuen Pächter zu suchen, nachdem der vorherige Wirt aufgegeben hatte.
Die Schließungen in der Gastronomie sind auf gestiegene Kosten, immense Bürokratie und Fachkräftemangel zurückzuführen. Eine der Brauereien, die mit den Folgen dieser Probleme zu kämpfen hat, ist die Brauerei Gut Forsting, die nach über 50 Jahren Schwierigkeiten hatte, einen Nachfolger für die Wirtsfamilie zu finden. Brauereigasthöfe stellen eine wichtige Einnahmequelle für viele kleinere Brauereien dar und prägen deren Image. In der bayerischen Brauwirtschaft wird etwa 25 Prozent des Absatzvolumens in der Gastronomie erzielt. Der Personalmangel betrifft dabei nicht nur kleinere, sondern auch bundesweit bekannte Brauereien.
Während die Sonnecks an viele schöne Erinnerungen an ihre Zeit im Bräustüberl zurückdenken, bleibt die Branche vor großen Herausforderungen stehen. Vor der Übergabe müssen auch noch Malerarbeiten und Reinigungen im Bräustüberl durchgeführt werden, um das Lokal für die Zukunft richtig vorzubereiten.