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In Unterfranken sorgt ein Vorfall, der in Zusammenhang mit Protesten gegen Corona-Schutzmaßnahmen steht, für Schlagzeilen. Ein 40-Jähriger wurde vom Landgericht Würzburg wegen Nötigung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Die Verurteilung steht im Zusammenhang mit einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr, bei dem am 6. Januar 2021 Transparente über die Gleise der Bahnstrecke Gemünden-Waigolshausen angebracht wurden. Auf diesen Plakaten standen unter anderem die Hinweise: „Achtung Gleisbruch 2km“ und „Diesmal Fake“.
Ein ICE, der zu diesem Zeitpunkt mit 62 Fahrgästen besetzt war, passierte eine der Plakatkonstruktionen, die eine Größe von etwa 1,50 x 4,50 Metern hatte. Der Lokführer musste daraufhin eine Notbremsung einleiten. Glücklicherweise kam es zu keinen Verletzten.
Rechtliche Folgen und Berufungsverfahren
Im Jahr 2022 wurden der Mann und seine mutmaßliche Komplizin, eine 63-Jährige, vom Amtsgericht Gemünden am Main wegen fahrlässigen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und Nötigung schuldig gesprochen. Der 40-Jährige erhielt eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten, während die Frau zu neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt wurde. Beide legten jedoch Berufung ein, was zu einer erneuten Verhandlung führte.
In der aktuellen Verhandlung appellierte der Richter an den 40-Jährigen, das Urteil anzuerkennen, insbesondere im Interesse seiner Kinder. Zwar gibt es keinen Beweis, dass der Angeklagte am Tatort war, es wurde jedoch eine Planung seinerseits nachgewiesen, da sein Auto in der Nähe der Bahnstrecke gesehen wurde. Die mutmaßliche Komplizin wurde mangels Beweisen freigesprochen.
Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Haftstrafe von zwei Jahren für den 40-Jährigen und zehn Monate für die Frau gefordert, wobei letztere ebenfalls ausgesetzt zur Bewährung beantragt wurden. Es bleibt abzuwarten, wie das Gericht in der Berufungsverhandlung entscheidet.