
Wenn man die Nachrichten verfolgt, könnte man meinen, die Probleme in Deutschland beginnen und enden mit einem großen Thema: der Ausländerkriminalität. Die Zahlen sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache, wie Jonas Hermann in einem Artikel der NZZ berichtete. Kaum zu glauben und doch wahr: Ausländer, die nur etwa 17 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind für fast 42 Prozent der Straftaten verantwortlich. Diese Zahlen aus der Kriminalstatistik 2024 bringen so manchem Politiker ins Rotieren.
Schon seit längerem wird das Thema gern unter den Tisch gekehrt. Der Staat und ihm nahestehende Organisationen sind meisterhaft darin, die Realität schöner zu malen, als sie ist. Ihre Erklärungen sind oft so löchrig wie ein Schweizer Käse. Ein beliebtes Beispiel ist die Beschwichtigung des Bundeskriminalamts (BKA). Es führt den Anstieg der Kriminalität schlicht auf die wachsende Zahl von Ausländern zurück. Wirklich? Von 2023 auf 2024 stieg die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen bei Gewaltverbrechen um satte 7,5 Prozent, während die Zahl der Ausländer nur um 1,4 Prozent zunahm.
Asylmigranten als Brennpunkt
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Asylmigranten. Ihr Anteil an den Tatverdächtigen beträgt erschreckende 18 Prozent bei einem Bevölkerungsanteil von lediglich 4 Prozent. Das BKA und andere Institutionen scheinen Schwierigkeiten zu haben, die Situation beim Namen zu nennen und verharmlosen gern. Begriffe wie „Zuwanderer“ oder „Schutzsuchende“ sind da Standard. Der Sprachgebrauch in den Berichten scheint ohnehin kaum neutrales Terrain zu bieten.
Ein berüchtigtes Beispiel der Relativierung ist der Verein „Neue deutsche Medienmacher*innen“, der den Negativpreis an „Spiegel TV“ verlieh, weil sie über arabische Clans in deutschen Großstädten berichteten. Solche Auszeichnungen erheben die Frage, ob nicht eher die Berichterstattung als die Tatsachen im Fokus stehen sollten.
Der fatale Vergleich des Moderators
Aber nicht nur die Behörden sind in ihrer Kommunikation fragwürdig. Auch in der Medienlandschaft greifen Relativierungen tief. Hart, aber fair Moderator Louis Klamroth brachte sich in die Bredouille, als er flapsig meinte, auch ein australischer Austauschstudent könne Gruppenvergewaltigungen begehen. Das sorgte für Entsetzen und eine öffentliche Distanzierung des WDR. Wer genau hinschaut, merkt: Die meisten solcher Verbrechen werden von Deutschen und Ausländern aus dem Nahen Osten begangen. Von australischen Austauschstudenten ist dabei keine Spur.
Den Eindruck, den solche Aussagen hinterlassen, ist meist derselbe: ein Verschleiern und Verharmlosen der Tatsachen, wie auch Express.de berichtete. Man fragt sich, was mehr wiegt: das Bestreben, politische Korrektheit zu wahren oder die Sicherheit der Bevölkerung ernst zu nehmen. Fest steht, dass das Thema Ausländerkriminalität brisant und allgegenwärtig bleibt – mit oder ohne beschönigtem Anstrich.