
Im Rahmen einer aktuellen Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) hat die Flughafendirektorin Aletta von Massenbach alarmierende Kritik geäußert. Sie betonte, dass ohne eine Anpassung der staatlichen Belastungen, insbesondere der Luftverkehrsteuer, die Anbindung Berlins an Europa und die Welt gefährdet sei. Laut Massenbach ist der BER aktuell nicht mehr wettbewerbsfähig. Diese Botschaft wurde von der Luftverkehrsinitiative Berlin-Brandenburg unterstützt, die von der Politik kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen fordert.
Ein zentraler Punkt in der Diskussion sind die hohen Abfertigungsgebühren am BER. Diese betragen für einen Langstreckenflug 22.942 Euro, was die höchste Gebühr in Europa darstellt. Für einen Europaflug liegt die Gebühr bei 7.457 Euro, womit der BER im europäischen Vergleich lediglich den vorletzten Platz einnimmt. Massenbach merkte an, dass, trotz vergleichsweise günstiger operativer Kosten für Flugentgelte, hohe Gebühren Airlines dazu bewegen könnten, über Berlin hinwegzufliegen.
Forderungen zur Verbesserung der Situation
In ihrer Ansprache listete Massenbach fünf wesentliche Forderungen der Luftverkehrsinitiative Berlin-Brandenburg auf:
- Senkung der staatlichen Kosten im Luftverkehr und am BER.
- Anreizsysteme für nachhaltige Treibstoffe schaffen.
- Anpassung des Abkommens für Luftverkehrsrechte, um Airlines wie Emirates ein Drehkreuz in Berlin zu ermöglichen.
- Abbau von Bürokratie.
- Flexiblerer Umgang mit Nachtflugzeiten.
Derzeit gilt eine Nachtflugregelung, die von 22 bis 6 Uhr gilt, mit Ausnahmen zwischen Mitternacht und 5 Uhr. Robert Rückel, Vizepräsident der IHK Berlin, fordert mehr Flexibilität in diesem Bereich.
Obgleich der Flugverkehr in Europa insgesamt einen Boom erlebt, bleibt der BER hinter den Erwartungen zurück. Im Februar 2023 lag das Passagieraufkommen am BER 42 Prozent unter dem Niveau von 2019. Experten befürchten, dass mangelnde Anpassungen dazu führen könnten, dass weitere Verbindungen gestrichen werden oder Langstreckenflüge nicht mehr durchgeführt werden. Dies könnte auch zu einem Anstieg der Ticketpreise für Flüge ab Berlin führen, da Airlines die gestiegenen staatlichen Gebühren an die Fluggäste weitergeben.
Diese kritischen Entwicklungen und die wiederholte Warnung vor möglichen Arbeitsplatzverlusten wurden ebenfalls von Jens Warnken, Präsident der IHK Cottbus, unterstrichen, der die Erhöhungen der Luftverkehrssteuer durch die letzte Bundesregierung scharf kritisierte.
Für weiterführende Informationen zu diesem Thema verweisen wir auf den Artikel von [Maz Online](https://www.maz-online.de/lokales/dahme-spreewald/schonefeld/flughafen-ber-nicht-mehr-wettbewerbsfaehig-wirtschaft-und-ber-chefin-schlagen-alarm-MPTVFFENQBF6JFWKLJOTX36KAU.html) und auf die Analyse von [Spiegel](https://www.spiegel.de/wirtschaft/berlin-flughafen-ber-chefin-fordert-anpassungen-bei-der-luftverkehrsteuer-a-a6bc5392-33db-4de2-b560-37ddc6901e95).