BerlinSteglitz-Zehlendorf

Ehrenamt in Berlin: Frischer Wind beim Speeddating für Helfer!

Berlin sucht händeringend nach neuen ehrenamtlichen Helfern. Am Ehrenamts-Speeddating in Steglitz-Zehlendorf nahmen zahlreiche Organisationen teil, um engagierte Bürger*innen für verschiedene Projekte zu gewinnen. Rainer Frohloff, der Ehrenamtskoordinator des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB), stellte die vielfältigen Angebote seiner Organisation vor, die unter anderem Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen, eine Rettungshundestaffel sowie Wasserrettungsdienste umfasst. Die Maßeinheit für das Event war klar: Interessierte hatten jeweils fünf Minuten Zeit, um sich an den Tischen über die verschiedenen Möglichkeiten des Ehrenamts zu informieren und Fragen zu stellen.

Der ASB hat seinen Fokus in letzter Zeit auf den Ausbau des Katastrophenschutzes und der Notfallversorgung gelegt. Dieser wird unter anderem bei Hochwasser, Stromausfällen oder Zugunglücken aktiv. In Berlin engagiert sich mittlerweile ein Drittel der Bürger*innen ehrenamtlich, was das Bundesministerium für Inneres und für Heimat als „Motor der Demokratie“ bezeichnet. Neben dem ASB warf der Vormundschaftsverein Cura einen Blick auf die Situation unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter, die rechtliche Vertretung benötigen.

Vielfältige Möglichkeiten des Ehrenamts

Das Ehrenamts-Speeddating bot auch Informationen über weitere Projekte, die Unterstützung für unterschiedliche Zielgruppen suchen. So benötigt die Freizeitstätte Süd in Schönow regelmäßig Hilfe, um Veranstaltungen für ältere Menschen durchzuführen. Die Einrichtung wird finanziell vom Bezirk unterstützt und verzeichnet monatlich zwischen 1300 und 1500 Besucher*innen, die auf die Unterstützung von bis zu acht Ehrenamtlichen täglich angewiesen sind. Auch das Projekt Ehrenhaft, das Familien mit inhaftierten Elternteilen unterstützt, sowie die Initiative Vertrauensstelle für Senior*innen-Wohngemeinschaften fanden Erwähnung.

Ein Beispiel für erfolgreiches ehrenamtliches Engagement ist die Geschichte von Faris, der mit 17 Jahren als unbegleiteter Flüchtling aus dem Sudan nach Deutschland kam. Er schilderte seine Anfangszeit in Deutschland als herausfordernd und ohne Orientierung. Volker Kaltschnee, sein ehrenamtlicher Vormund, half ihm bei der Klärung seines Aufenthaltsstatus, Schulfragen und persönlichen Angelegenheiten. Kaltschnee betont, dass er durch die Arbeit mit Faris viel über Durchhaltevermögen, kulturelle Perspektiven sowie die Wichtigkeit von Offenheit und Vertrauen gelernt hat.