
Der Zentralfriedhof Friedrichsfelde, bekannt als Friedhof der Sozialisten, steht seit kurzem unter dem Schutz der Berliner Polizei. Diese Maßnahme folgt dem Diebstahl mehrerer Gedenktafeln, die an prominente Sozialisten erinnern. Laut einem Bericht des Tagesspiegel entdeckte der Friedhofsbetreuer am Montagvormittag die fehlenden Tafeln, die aus Kupfer und Messing gefertigt sind. Gestohlen wurden unter anderem die Tafeln für die einflussreichen politischen Figuren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.
Die Polizei hat Ermittlungen wegen schweren Diebstahls aufgenommen, doch bislang gibt es keine Hinweise auf die Täter. Es bleibt unklar, ob ein möglicher Zusammenhang mit den Diebstählen mehrerer Bronzeskulpturen im öffentlichen Raum besteht. Seit Ende November wurden bereits fünf Skulpturen sowie eine Kirchenglocke entwendet, darunter eine Bronzeplastik von Ernst Thälmann. Ein Kommissariat für Kunstdelikte beim Landeskriminalamt (LKA) überprüft, ob die gestohlenen Kunstwerke möglicherweise Kunst- und Altmetallhändlern angeboten wurden.
Übersicht der gestohlenen Gedenktafeln
Weitere von diesem Vorfall betroffene Tafeln am Friedhof wurden zu Ehren von Walter Ulbricht, Otto Grotewohl, John Schehr, Franz Mehring, Franz Künstler und Franz Carl Weiskopf errichtet. John Schehr war ein Kommunist und Vize von KPD-Chef Ernst Thälmann, während Franz Mehring ein marxistischer Historiker und Publizist war. Franz Künstler war ein Gewerkschafter und Politiker, und Franz Carl Weiskopf half deutschen Schriftstellern im Exil. Jährlich wird am zweiten Sonntag im Januar der Ermordung von Liebknecht und Luxemburg gedacht.
Der Zentralfriedhof Friedrichsfelde beherbergt zudem die Gräber weiterer bekannter Sozialdemokraten wie Paul Singer, Hugo Haase und Theodor Leipart. Im Jahr 1951 wurde die „Gedenkstätte der Sozialisten“ eingeweiht, die im Zentrum des Friedhofs steht und aus einem hohen stelenartigen Granitmal mit zwölf Steinplatten besteht. Diese tragen die Namen wichtiger Arbeiterführer, darunter Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Ernst Thälmann, wie berlin.de berichtet.