BerlinMarzahn-Hellersdorf

Neonazi-Aktivist in Bio Company: Schock in Berlin-Friedrichshain!

In Berlin-Hellersdorf fand am vergangenen Samstag eine Demonstration mit etwa 250 Neonazis der rechtsextremistischen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ statt. Während des Aufmarsches kam es zu mehrfachen Hitlergrüßen, sowie zu Angriffen auf Medienvertreter und Polizeikräfte. Polizeisprecher Florian Nath berichtete von „erheblichen Gewalttätigkeiten“ während der Versammlung. Die Polizei meldete 20 Festnahmen aufgrund von Landfriedensbruch und Angriffen auf Polizist:innen. Die Teilnehmer kamen aus nahezu dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Dänemark.

Der Anlass der Demonstration war das zehnjährige Bestehen des „Stützpunkt Berlin-Brandenburg“ des „Dritten Wegs“. Die Neonazis skandierten Parolen wie „Berlin erwache“, eine Abwandlung der verbotenen NSDAP-Parole „Deutschland erwache“. In der Nähe der Proteste versammelten sich etwa 300 Gegendemonstrierende, mobilisiert von Gruppen wie der „Jugend Antifa Platte“ und der Linksfraktion des Bezirks. Ein antifaschistischer Protestzug mit über 200 Teilnehmenden zog vom Cottbusser Platz durch Hellersdorf. Anwohner:innen äußerten sich negativ über den Neonazi-Aufmarsch.

Verbindungen zur Bio Company

Im Kontext des Vorfalls wurde ein Auszubildender der Lebensmittelkette Bio Company beschuldigt, an der Demo teilgenommen zu haben. Diese Vorwürfe stammen von „Antifa Berlin“ und wurden auf der Internetseite Indymedia verbreitet. Im Kiez rund um die Filiale in Berlin-Friedrichshain wurden Plakate mit dem Namen des jungen Mannes angebracht, auf denen er als „gewalttätigen Neonazi“ gekennzeichnet wurde. Berichten zufolge soll der Mann Mitglied der Jugendorganisation des „Dritten Wegs“, der Nationalen Revolutionären Jugend (NRJ), sein und auf der Demo mit einem Megafon Parolen gerufen haben.

Die Bio Company äußerte sich schockiert über die Plakataktion und betonte ihre Haltung für Weltoffenheit und Toleranz. Die Firma plant, schnellstmöglich zu handeln, hat sich jedoch nicht dazu geäußert, ob der junge Mann als rechtsextrem bekannt ist. Der Vorfall wirft Fragen auf, welche Konsequenzen das Outing für den Auszubildenden haben wird. Zusätzlich wird ihm vorgeworfen, an einem brutalen Angriff auf antifaschistische Aktivist:innen am Berliner Ostkreuz im Juli 2022 beteiligt gewesen zu sein.

Der „Dritte Weg“ wurde 2013 von Matthias Fischer gegründet und hat rund 800 Mitglieder bundesweit. Die Partei gilt als eine der aktivsten Gruppierungen des traditionellen Rechtsextremismus in Berlin und ist besonders in Marzahn-Hellersdorf aktiv, wo sie gezielt versucht, Jugendliche zu rekrutieren.