
Das Theater Ramba Zamba steht im Mittelpunkt der aktuellen Berichterstattung, nachdem der Protagonist des DDR-Gemäldes „Peter im Tierpark“ von Harald Hakenbeck verschwunden ist. Zudem wird über den Verlust einer Leiche berichtet, wobei die genauen Umstände unklar sind – unklar bleibt, ob es sich um Mord oder natürliche Ursachen handelt. Inmitten dieser turbulenten Situation hat Regisseur Milan Peschel die Inszenierung „Mord im Regionalexpress“ am Theater Ramba Zamba auf die Bühne gebracht, die sowohl vom Publikum als auch von der Presse positiv aufgenommen wurde. Bereits viele Vorstellungen sind ausverkauft, was auf das große Interesse hinweist.
Jacob Höhne, der Leiter des Theaters Ramba Zamba, hat jedoch Bedenken hinsichtlich der finanziellen Situation des Theaters geäußert. Trotz einer jährlichen Förderung von knapp unter 1,5 Millionen Euro ist die Lage prekär, da diese Mittel nicht ausreichen, um den Betrieb mit bis zu 110 Vorstellungen und acht Premieren pro Saison aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus hat das Theater in den letzten Jahren bereits Kürzungen im Kulturetat erlebt, die Einschnitte von etwa 30.000 Euro zur Folge hatten.
Herausforderungen und Engagement im Bereich Inklusion
Ramba Zamba hat ein festes Ensemble von 35 Schauspielerinnen und Schauspielern mit unterschiedlichen Behinderungen. Das Theater ist das einzige Inklusionstheater, das reguläre Verträge für zwei Mitglieder des Ensembles bietet. Trotz dieser Erfolge muss Höhne für jede neue Produktion Förderanträge stellen, da die finanziellen Mittel stark begrenzt sind. Die steigenden Material- und Betriebskosten belasten den künstlerischen Etat zusätzlich.
Das Theater Ramba Zamba wurde vor 33 Jahren als Inklusionsprojekt gegründet und ermöglicht Menschen mit und ohne Downsyndrom, gemeinsam Theater zu spielen. Die Darsteller*innen mit Downsyndrom entwickeln eigene kreative Ausdrucksformen, während Ensemblemitglieder, Regisseur*innen und Gäste ohne Handicap sie unterstützen. Prominente Schauspielerinnen wie Eva Mattes und Angela Winkler haben ebenfalls mit dem Ensemble gearbeitet. Ramba Zamba gilt als eines der angesehensten Inklusionstheater in Deutschland und konnte bereits über 200 Gastspiele durchführen.
Der Regisseur Sobo Swobodnik begleitete das Ensemble für seinen Dokumentarfilm „RambaZamba“ über einen Zeitraum von sechs Monaten. Der Film zeigt den Probenprozess sowie die Premiere einer „Golem“-Inszenierung und gewährt Einblicke in den Alltag der Mitwirkenden. Anderssein wird als eine Bereicherung betrachtet, was die Fantasie, Kreativität und Individualität der Mitwirkenden unterstreicht.
Die Unsicherheit über zukünftige Kürzungen im Kulturetat für die Jahre 2026 und 2027 bleibt bestehen. Trotz dieser Herausforderungen hat Kultursenator Joe Chialo das Theater Ramba Zamba bisher nicht besucht. Zusätzlich zu den Theateraufführungen betreibt Ramba Zamba eine Kunstwerkstatt, die jährlich rund 3000 junge Menschen durch Workshops und Klassenzimmerstücke erreicht. Das Stück „Mord im Regionalexpress“ thematisiert dabei den Verlust von DDR-Identität und sozialem Zusammenhalt.