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Streik der CFM-Beschäftigten: Knappe Gehälter, große Forderungen!

Am 18. März 2025 rufen die Beschäftigten der Charité-Tochtergesellschaft CFM in Berlin zu Warnstreiks am Donnerstag und Freitag auf. Der Warnstreik soll als Signal an die Geschäftsführung der CFM, die Charité und das Land Berlin dienen. Die Gewerkschaft Verdi verlangt ein Angebot auf Grundlage des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TvÖD). Während dieser Tarifvertrag für Charité-Beschäftigte gilt, sind die CFM-Beschäftigten, die für Krankentransporte und Reinigung zuständig sind, davon ausgeschlossen.

In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU und SPD im Berliner Abgeordnetenhaus versprochen, die CFM-Beschäftigten gleich zu bezahlen wie die Mitarbeiter der Charité. Doch die aktuellen Löhne bei CFM liegen teilweise unter dem Branchenmindestlohn, was die Notwendigkeit des Warnstreiks unterstreicht. Geplant ist eine gemeinsame Kundgebung mit den Beschäftigten der BVG am Donnerstag um 9 Uhr vor dem Roten Rathaus. Anschließend wird ein Demonstrationszug zum Abgeordnetenhaus stattfinden. Am Freitag beginnt zudem die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik.

Diskussion um Gehaltsunterschiede und Tarifverhandlungen

Die Situation der CFM-Beschäftigten ist angespannt, da diese deutlich weniger verdienen als die Mitarbeiter der Charité. Marcel, ein 30-jähriger Kältetechniker, der seit zwei Jahren bei CFM beschäftigt ist, beschreibt die Gehaltsunterschiede, die laut Verdi im Durchschnitt bei 20 Prozent im Vergleich zu den Tarifen für den öffentlichen Dienst liegen. Bei der letzten Verhandlungsrunde gab es keine signifikanten Fortschritte, da die Arbeitgeberseite kein konkretes Angebot vorlegte. Die Unternehmensleitung argumentiert, dass die Löhne im Vergleich zu Branchentarifen als angemessen gelten, spricht allerdings von Lohnkostensteigerungen von über 40 Prozent, falls die Forderungen von Verdi erfüllt werden sollten.

CFM-Beschäftigte erledigen eine Vielzahl von Aufgaben wie Reinigung, Sicherheit und Krankentransport, jedoch zu deutlich niedrigeren Löhnen. Ursprünglich gegründet im Jahr 2006, nachdem viele Aufgaben von externen Firmen in einem Unternehmen gebündelt wurden, orientierte sich das Lohnniveau von CFM stets am unteren Ende der Skala. Ein Versprechen des Senats aus dem Jahr 2016 zur Wiedereingliederung von CFM in die Charité wurde bisher nicht umgesetzt. Während Charité- und Vivantesbeschäftigte 2023 einen Inflationsausgleich von 3.000 Euro erhielten, bekamen die CFM-Mitarbeiter lediglich 115 Euro.

Angesichts dieser Umstände kündigte Verdi den laufenden Tarifvertrag und plant einen Arbeitskampf zur Lohnangleichung. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 25. März statt, wobei ein unbefristeter Streik nicht ausgeschlossen ist. Unterstützung erhalten die Streikenden von zivilgesellschaftlichen Bündnissen wie „Berlin steht zusammen“ und „Gesundheit statt Profite“, die die Anliegen der CFM-Beschäftigten aktiv unterstützen.