Prignitz

Warnstreik bei Gefinex: Beschäftigte fordern höhere Löhne!

In Pritzwalk, Ortsteil Steffenshagen, legten die Beschäftigten der Gefinex GmbH am 26. März 2025 die Produktion für zwei Stunden mit einem Warnstreik lahm. Die Mitarbeiter fordern höhere Löhne, nachdem vier Verhandlungsrunden ohne Erfolg geblieben sind. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Steffen Rösinger beschrieb die Stimmung unter den Beschäftigten als „auf Krawall gebürstet“. Die Industriegewerkschaft (IG) Bergbau-Chemie-Energie fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um zwei Euro. Gewerkschaftssekretär Nils Tohermes betonte, dass die Beschäftigten in den unteren Lohngruppen „im Grunde beim Mindestlohn angekommen“ seien.

Die Verhandlungen mit der Geschäftsführung, die seit Ende des letzten Jahres andauern, verliefen zäh. Das Angebot der Arbeitgeberseite liege „weit unter dem, was wir wollen“. Um 13 Uhr wurden am Mittwoch die Maschinen abgestellt, und die Beschäftigten der Früh- und Spätschicht versammelten sich vor dem Werktor. Die Gefinex GmbH beschäftigt zurzeit knapp 90 Mitarbeiter, von denen etwa jeder Zweite in der Produktion tätig ist. Das Unternehmen, das seit 2017 zur Steinbacher-Gruppe mit Sitz in Tirol, Österreich, gehört, ist auf Schall- und Feuchtigkeitsschutz für Gebäude spezialisiert.

Hintergrund zu Arbeitskämpfen im öffentlichen Dienst

Die aktuellen Warnstreiks sind nicht die ersten in der Region. Laut weiteren Berichten haben auch die Gewerkschaften Verdi und dbb in den öffentlichen Dienst zu Warnstreiks aufgerufen, da die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von Bund und Kommunen ins Stocken geraten sind. Diese Streiks haben bereits Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr, Krankenhäuser, Verwaltungen und Flughäfen gehabt. Die Tarifverhandlungen begannen am 24. Januar, die zweite Verhandlungsrunde fand am 18. Februar statt, jedoch ohne eine Einigung zu erzielen.