
In Templin, einer Tourismushochburg in der Uckermark, wird intensiv über den Ausbau erneuerbarer Energien diskutiert. Der Uckermark Kurier befragte dazu sechs Bürgermeisterkandidaten, die unterschiedliche Projekte zur Energiewende vorgestellt haben. Cornelia Lambrecht-Süßenbach, eine Einzelbewerberin, setzt ihren Fokus auf den Ausbau der Fernwärmeversorgung und die Verbesserung der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität. Ihr Ziel ist es, die kommunale Beteiligung an der Energiewende zu stärken, um Kosten zu senken und die Energieversorgung sicherzustellen.
Gordon Beyer von der CDU hebt die Notwendigkeit hervor, eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum zu fördern. Er betrachtet die Sicherheit der Energieversorgung und den Ausbau der E-Mobilität als zentral. Christian Bork von der AfD legt einen Schwerpunkt auf den Ausbau des Stromnetzes, um die Ansiedlung neuer Gewerbe zu unterstützen und die Ladeinfrastruktur zu verbessern. Gleichzeitig merkt er an, dass die Kosten für den Ausbau des Fernwärmenetzes im Verhältnis zu seinem Nutzen stehen müssen.
Wärmewende in Templin
Die Stadt Templin ist zudem aktiv in der Kommunalen Wärmeplanung (KWP), in Zusammenarbeit mit TÜV Rheinland Consulting GmbH und greenventory GmbH. Diese Planung analysiert die bestehende Bedarfs- und Versorgungsstruktur, um Treibhausgas-Einsparpotenziale sowie treibhausgasneutrale Versorgungsoptionen mit erneuerbaren Energieträgern zu identifizieren. Der Bearbeitungsprozess ist in vier Phasen gegliedert: von der Bestandsanalyse über die Potenzialanalyse bis hin zum Zielszenario und der finalen Wärmewendestrategie.
Ein erster Zwischenbericht legt offen, dass der aktuellen Wärmebedarf hauptsächlich durch fossile Energiequellen gedeckt wird, darunter 44 % Erdgas und 24 % Heizöl. Durch die KWP wurden energetische Potenziale identifiziert, die es ermöglichen sollen, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Basierend auf den Ergebnissen wird ein Zielszenario entwickelt, das die Grundlage für eine umfassende Wärmewendestrategie bildet, welche konkrete Maßnahmen und Empfehlungen umfasst. Der Abschlussbericht wird später veröffentlicht, um die Ergebnisse der Planung zusammenzufassen, wie die Webseite von Templin informiert.
Christian Hartphiel von der SPD, der für die Energieeinsparung und die Gewinnung erneuerbarer Energie plädiert, weist darauf hin, dass Templin mehr grünen Strom produziert, als benötigt wird. Zudem unterstützt er das Großprojekt Geothermie und den Ausbau des Fernwärmenetzes, wobei er Photovoltaikanlagen auf Dächern öffentlicher und privater Gebäude priorisiert. Stefan Hennig von der UBW setzt auf eine lokale Denkweise für die Energiewende und prüft die Möglichkeit eigener Stadtwerke zur regionalen Energieerzeugung. Er betont die Notwendigkeit, das Stromnetz und die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität zu verbessern, ohne den Charakter der Stadt und der Natur zu beeinträchtigen.