
Der Bremer Senat plant eine weitreichende Initiative, um bis 2027 Millionen Euro in den Insektenschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt zu investieren. Diese Maßnahme wurde als Antwort auf den besorgniserregenden Rückgang der Biodiversität in der Region formuliert. Die Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf (Grüne) bezeichnete den Rückgang der Artenvielfalt als eine der größten Herausforderungen. Dabei steht jede vierte von etwa 33.000 Insektenarten bereits auf der Roten Liste.
Ein zentraler Bestandteil der geplanten Maßnahmen ist der Ausbau von Blühflächen in Bremen und Bremerhaven, die durch den Umweltbetrieb Bremen und das Gartenbauamt Bremerhaven angelegt werden sollen. Diese Blühflächen bieten Insekten und anderen Kleintieren sowohl Nahrung als auch Unterschlupf. Darüber hinaus sieht das Programm stadtnahe wilde Weiden vor, auf denen eine geringe Anzahl von Rindern das Gelände strukturiert und offen hält. Das Hauptziel dieser Initiativen ist es, zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum zu bieten, wie buten un binnen berichtete.
Umfassende Biodiversitätsstrategie
Ergänzend dazu plant Bremen die Entwicklung einer umfassenden Biodiversitätsstrategie und eines Insektenschutzprogramms, das öffentliche und private Flächen, Dächer sowie Grünstreifen zur Schaffung von Lebensräumen für Pflanzen und Insekten nutzen möchte. Im Rahmen eines Beteiligungsprozesses, der Behörden, Naturschutzverbände, Fachleute und Bürger einbezieht, soll die Strategie weiter konkretisiert werden. Am 21. Dezember 2022 wurde ein „Runder Tisch“ mit über 60 Teilnehmenden im Übersee-Museum durchgeführt, um erste Schritte zu besprechen.
Umweltsenatorin Dr. Maike Schaefer wies auf bereits umgesetzte Maßnahmen zur Biodiversität in Bremen hin. Der Bremer Naturschutzbeirat hat zudem ein Positionspapier zum Insektenschutz erstellt, welches verschiedene Handlungsfelder wie Wasserwirtschaft, die Nutzung öffentlicher und privater Flächen sowie die Entwicklung von Siedlungen und Verkehrswegen umfasst. Der Umweltbetrieb Bremen verantwortet die Anlage von Blühwiesen auf städtischen Rasenflächen, parallel mäht die Universität Bremen ihre Grünflächen nur einmal jährlich, um ökologische Lebensräume zu fördern. Dr. Marko Rohlfs von der Universität Bremen ist ebenfalls an der Ausarbeitung der Biodiversitätsstrategie beteiligt, wie senatspressestelle.bremen.de berichtet.