
Die CDU-Fraktion in Nidda hat in einer jüngsten Sitzung des Niddaer Parlaments Maßnahmen gefordert, um die Ansiedlung von Hausärzten und Fachärzten in der Stadt zu fördern. In diesem Rahmen stellte Anneliese Zimmer den Vorschlag in den Raum, das bestehende Förderprogramm, das bislang auf Einzelhandel und Gastronomie ausgerichtet war, um Anreize für Ärzte zu erweitern.
Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Überprüfung finanzieller Unterstützungsmöglichkeiten beim Grundstückskauf sowie Zuschüsse zu Mietkosten für neue Arztpraxen. Darüber hinaus könnten Angebote wie Kindergartenplätze, Kostenübernahmen bei Umzügen von Praxen und Investitionskostenzuschüsse berücksichtigt werden. Die Maßnahme zielt darauf ab, Anreize zu schaffen und damit die ärztliche Grundversorgung in Nidda nachhaltig zu sichern.
Anzeichen von Ärztemangel
Der dringende Handlungsbedarf zur Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum wird durch die Tatsache untermauert, dass insbesondere im Vogelsbergkreis, zu dem Nidda gehört, 2023 keine Bewerbungen auf Stipendien für Medizinstudenten eingegangen sind. Seit 2016 vergibt der Vogelsbergkreis Stipendien an Medizinstudierende, die sich verpflichten, nach dem Abschluss im Kreisgebiet zu arbeiten. In den nächsten zwei bis drei Jahren geben in Nidda langjährige Fachärzte ihre Praxen auf, es fehlen jedoch Nachfolger.
Die Situation in Deutschland insgesamt ist jedoch besorgniserregend. Laut einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts wird sich der Ärztemangel in den kommenden Jahren voraussichtlich verschärfen. Der Ärztetag fordert daher unter anderem eine Erhöhung der Medizinstudienplätze und einen Abbau bürokratischer Hürden im Gesundheitswesen. Ellen Lundershausen, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, warnt vor zukünftigen Versorgungsmängeln, da demografische Entwicklungen und Geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand gehen.
Zusätzlich hat sich die Ausbildungssituation durch Verzögerungen in Folge der Coronapandemie verschlechtert. Laut der aktuellen Bilanz ist es notwendig, 1,2 Personen zu finden, um eine Vollzeitstelle zu besetzen, und die Tendenz zeigt einen Anstieg. Dazu kommen wachsende Herausforderungen durch Teilzeitarbeit und einen drastischen Anstieg der Krankenhausfälle in den letzten Jahren. Politische Entscheidungsträger sind gefordert, dem Mangel an Ärzten und Pflegekräften, insbesondere in ländlichen Regionen, entgegenzuwirken, um zukünftigen Versorgungsengpässen vorzubeugen, wie auf aerzteblatt.de berichtet wird.