Vogelsbergkreis

Fasching in Angenrod: Bürgermeister begeistert mit närrischer Rede!

Am 25. Februar 2025 fand die Faschingssitzung des Carnevalclub Angenrod (CCA) statt, die unter dem Motto „Nicht Macht und Geld sind das Schönste auf der Welt – nein, Narr sein – das ist das höchste Gut“ gefeiert wurde. Nach einer dreijährigen Abstinenz führte Sitzungspräsident Axel Möller durch ein abwechslungsreiches Programm, bei dem zahlreiche Ehrengäste, darunter Bürgermeister Stephan Paule und Stadtverordnete, sowie Vertreter befreundeter Vereine aus Alsfeld, Leusel, Vockenrod und Metzlos anwesend waren.

Die CCA-Minis traten als Superhelden auf, während die CCA-Tanzgarde ihren Gardetanz präsentierte, bei dem drei Tänzerinnen ihren letzten Auftritt hatten. Bürgermeister Paule hielt eine gereimte Rede, in der er lokale Themen ansprach, darunter die Vollsperrung der Brücke sowie die Entwicklung von Angenrod. Seine Vorschläge, wie die Modernisierung der Feuerwehr und der Neubau eines Kindergartens, wurden von Möller wohlwollend aufgenommen.

Unterhaltungsprogramm und Ehrungen

Die Nachwuchsgarde „Dancing Devils“ sorgte mit Mallorca-Hits für gute Stimmung. Ein humorvolles Zwiegespräch zwischen Bauarbeitern Kalle und Azubi Torben thematisierte lokale Bauprobleme, während das zehnjährige Tanzmariechen Mila Sperhake ihr Können präsentierte. Dorfchronist Möller berichtete über lokale Ereignisse und warb für mehr Gemeinschaftsaktivitäten.

Im Rahmen der Sitzung fand eine Kostümprämierung statt, bei der die folgenden Auszeichnungen vergeben wurden: Vanessa Stärk und Vanessa Grunwald erhielten den „Fen-Jahresorden“, während Anna-Lena Razingar, Claudia Schlosser, Daniel Enders und Kevin Grunwald mit dem bronzenen „Narr von Europa“ ausgezeichnet wurden. Hans-Ulrich Kern und Hansi Schlosser erhielten den „Fen-Orden“ in Silber. Die „Knaller-Ladies“ traten als Amazonen und Wonderwomen auf und Björn Vaupel unterhielt das Publikum mit Stand-up-Comedy. Die „Showtime Girls“ tanzten die Geschichte von Harry Potter und das Männerballett „Bad Boys“ begeisterte mit Kostümwechseln und Hebefiguren.

Besonders hervorzuheben ist das Revival von Sitzungspräsident Axel Möller und Erstem Vorsitzenden Hansi Schlosser beim Männerballett. Die Sitzung fand ihren traditionellen Abschluss mit dem „Angenröder Schlagerboom“ und einem Bühnen-Revival der Original Angenröder Stejklepper 2.0, das die Veranstaltung erfolgreich abrundete.

Angenrod, das im Antrifttal liegt und an der Bundesstraße 62 verläuft, verzeichnete 1961 eine Einwohnerzahl von 628. In der historischen Nennung des Ortes wurde er 1272 als Ingerode erwähnt. Das geschlossene Haufendorf hat eine Gemarkungsfläche von 321 ha und gehört heute dem Prinzen und der Prinzessin von Hannover. In der frühen 1900er Jahren hatte Angenrod die größte jüdische Kultgemeinde des Kreises. Laut Recherchen haben 85 der insgesamt 299 Erwerbspersonen in der Land- und Forstwirtschaft gearbeitet, während der größte Teil im produzierenden Gewerbe beschäftigt war, wie [geschichtsforum-alsfeld.de](https://www.geschichtsforum-alsfeld.de/bereiche/stadtteile/angenrod-1965/) berichtet.