
Die steigenden Kosten für die Pflege von Angehörigen beschäftigen zunehmend die Öffentlichkeit. Ein aktueller Bericht des Sozialverbands VdK zeigt, dass der durchschnittliche Eigenanteil im Pflegeheim seit Jahresbeginn bei 2984 Euro liegt. Insbesondere eine Vogelsbergerin schildert, wie die hohen Pflegekosten für ihren demenzkranken Mann ihre finanziellen Rücklagen aufbrauchen könnten. Sie steht vor der Herausforderung, ihr Vermögen und ihr Haus zu bewahren, während sie die Kosten für die Pflege ihres Mannes stemmen muss.
Ihr Ehemann erkrankte vor fünf Jahren im Alter von 68 Jahren an Demenz, was einen langen Leidensweg für die Familie nach sich zog. Schließlich fand die Familie einen Platz in einer spezialisierten, geschlossenen Einrichtung, deren Kosten sich auf 4500 Euro monatlich belaufen. Die Pflegekasse übernimmt lediglich 1700 Euro, sodass die Vogelsbergerin 3000 Euro selbst aufbringen muss. Zu allem Überfluss fordert das Sozialamt, das zunächst unterstützte, nun das Geld zurück. Die Frau musste ihr gesamtes Vermögen offenlegen und sieht sich zusätzlichen Anforderungen hinsichtlich des Wertes ihres Autos gegenüber. Sie beschreibt die Situation als Enteignung und weist darauf hin, dass sie und ihr Mann ihr Leben lang für das Alter vorgesorgt haben.
Steigende Eigenbeteiligung in Zukunft
Eine weitere Analyse des VdK offenbart, dass die Eigenbeteiligung für Pflegebedürftige im Bundesdurchschnitt von 2687 Euro im Jahr 2024 auf 2984 Euro im Jahr 2025 angestiegen ist. In Baden-Württemberg wird die Eigenbeteiligung bei vollstationärer Pflege sogar 2025 auf 3237 Euro monatlich im ersten Jahr steigen. Laut Hans-Josef Hotz, dem Vorsitzenden des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg e.V., führt die Pflege zu einer besorgniserregenden Altersarmut.
Im Durchschnitt liegt die Altersrente nach Abzügen für Frauen bei 908 Euro und für Männer bei 1348 Euro. Hotz fordert daher eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung, um die finanzielle Belastung für pflegebedürftige Menschen zu verringern. Zudem müssen die Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg Investitionskosten für Pflegeheime eigenständig tragen, die im Durchschnitt 460 Euro pro Monat betragen.