
Die Unternehmensgruppe Menrad hat am 31. März 2025 Insolvenz angemeldet. Der Hauptsitz des Brillenherstellers befindet sich in Schwäbisch Gmünd, Baden-Württemberg, mit einem weiteren Standort in München, Bayern. Bei dem Insolvenzverfahren sind rund 115 Mitarbeiter am Stammsitz betroffen. Die Gründe für die Insolvenz liegen laut Unternehmensangaben in Liquiditätsproblemen, die durch rückläufige Auftrags- und Umsatzentwicklungen in der Augenoptikbranche verursacht wurden, wie Merkur berichtete.
Das Amtsgericht Aalen hat Florian Zistler von der Anwaltskanzlei PLUTA zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Zistler plant, eine Insolvenzgeldvorfinanzierung durchzuführen, um die Gehälter der Mitarbeiter für die Monate März, April und Mai schnell auszuzahlen. Menrad, das seit 1991 in der vierten Familiengeneration geführt wird und seit mehr als 125 Jahren im Eyewear-Geschäft tätig ist, gehört zu den führenden Brillenherstellern in Europa und beschäftigt insgesamt 250 Mitarbeiter, von denen 115 in Schwäbisch Gmünd und 4 in München tätig sind. Neben Korrektionsfassungen und Sonnenbrillen vertreibt das Unternehmen auch Marken wie Joop, Ted Baker und Scotch & Soda.
Finanzielle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Die Insolvenz wurde durch eine finanzielle Schieflage und einen erwarteten Liquiditätsengpass ausgelöst. Der Absatz von Brillen in Deutschland ist von 12,8 Millionen Einheiten im Jahr 2021 auf 12,18 Millionen im Jahr 2023 gesunken. Zudem ist die Zahl der Optikgeschäfte in Deutschland rückläufig. Trotz dieser widrigen Umstände sieht Zistler Chancen für eine Sanierung und eignete die gute Struktur des Unternehmens an. Das Ziel ist es, durch einen geregelten Verkaufsprozess einen Investor oder strategischen Partner zu gewinnen, um das Unternehmen langfristig zu stabilisieren. Ein strukturierter M&A-Prozess wird eingeleitet, wobei erste Gespräche mit Kunden und Partnern vielversprechend verlaufen sind.
Die Menrad-Gruppe unterhält Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern, die von der Insolvenz nicht betroffen sind. Dort sind über 500 Mitarbeiter beschäftigt, was zeigt, dass das Unternehmen international tätig ist und auch weiterhin bestehen könnte, sofern Investoren gefunden werden können. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob Menrad seine Geschäftstätigkeit erfolgreich fortführen kann, wie Pleiteticker berichtete.