
Jörg Lettau ist nicht mehr Geschäftsführer der Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH. Diese vorzeitige Trennung erfolgt, obwohl sein Vertrag erst Ende Mai ausläuft. Der Landkreis Nordwestmecklenburg hatte den Geschäftsführerposten im Jahr 2024 neu ausgeschrieben. Lettau, der seit Juni 2015 in dieser Position tätig war, zeigte ebenfalls Interesse an einer Bewerbung, hatte jedoch offenbar schlechte Karten. Das Verhältnis zwischen Lettau und Landrat Tino Schomann (CDU) galt als angespannt.
Der Landkreis äußert sich nicht zu den Gründen der Trennung und verweist auf Personal- und Datenschutzgründe. Ein neuer Geschäftsführer wird am 1. Juni 2024 beginnen und kommt von einem Busunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Interimistisch übernimmt Volker Wittke, Leiter Verkehr bei Nahbus, die Verantwortung als Betriebsleiter, unterstützt von Mario Freytag als Prokurist. Nahbus-Mitarbeiter wurden am 14. März über die Personalie informiert, und Lettau wird für seine zehnjährige Arbeit und sein Engagement gedankt. Intern wird berichtet, dass Lettau vor einigen Wochen in seinen Verantwortlichkeiten beschnitten wurde.
Kritik und Herausforderungen
Kritikpunkte an Lettau umfassen die Zukunftsorientierung der Flotte, die Kostenentwicklung sowie die Mitarbeiterführung. Zudem scheiterte die Umsetzung eines Programms für Bedarfsfahrten im Schülerverkehr. Des Weiteren gab es Zweifel an Brandschutz und Statik des neuen Betriebsgebäudes von Nahbus im Gewerbegebiet Wismar-Hornstorf.
In einem anderen Kontext berichtet die Webseite von Nordwestmecklenburg über die Modernisierung der Busflotte von NAHBUS. So fand am 25. März ein Pressetermin statt, bei dem zwei neu angeschaffte Busse der Marke Setra präsentiert wurden. Diese Anschaffungen sind Teil einer Gesamtinvestition von 30 Bussen, von denen 15 in 2020 und 15 weitere in 2021 erworben wurden. In den letzten fünf Jahren wurde rund 50 % der Busflotte erneuert. 14 der neu angeschafften Busse haben Gasantrieb, wobei neun ab Juni 2021 im Wismarer Stadtverkehr eingesetzt werden sollen.
Nur noch drei Busse in Wismar werden künftig mit Diesel betrieben. Ein Investitionsplan sieht im April 2022 acht weitere Gas-Busse vor. Darüber hinaus entsprechen die neu angeschafften Diesel-Fahrzeuge mit AdBlue-Technologie der Abgasnorm 6 und reduzieren den Stickoxid-Ausstoß um bis zu 90 % im Vergleich zu älteren Modellen. Alle neuen Busse sind zudem Niederflurbusse mit ausklappbarer Rampe für Barrierefreiheit; bis 2022 sollen alle Busse diesem Standard entsprechen.
Während einer Rundfahrt konnten Journalisten die Funktionsweise der neuen Innen-Anzeigetafeln kennenlernen. Bordcomputer mit GPS ermöglichen eine genaue Standortbestimmung der Busse. An wichtigen Haltepunkten ist die Installation von 50 Fahrgastinformationssystemen, wie zum Beispiel am ZOB in Wismar, in Planung. Zudem wird an einer App für Fahrgastinformationen gearbeitet, und Projekte für elektronisches Ticketing sowie bargeldloses Bezahlen sind in Vorbereitung. Bis Ende Mai sollen Bordcomputer und Anzeigetafeln im gesamten Fuhrpark von NAHBUS nachgerüstet sein, ergänzt durch eine Zusammenarbeit mit den Gemeinden zur Modernisierung des Haltestellen-Netzwerks.