
Die Präsidentin des Koblenzer Bundeswehr-Beschaffungsamts, Annette Lehnigk-Emden, hat sich kritisch zur aktuellen Situation in der Rüstungsindustrie geäußert. Sie forderte die Unternehmen auf, ihre Produktionskapazitäten schneller auszubauen, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Lehnigk-Emden betonte, dass der Staat bereit sei, Rüstungsprodukte zu kaufen, und sieht die Risiken für Unternehmen, zusätzliche Produktionskapazitäten aufzubauen, als überschaubar an, obwohl es an langfristigen Abnahmegarantien fehle.
In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) erklärte sie, dass die Industrie nicht schnell genug auf die gesteigerte Nachfrage reagiere. Außerdem kritisierte sie überlange Produktionszeiten und interne Abläufe in der Industrie, die ihrer Meinung nach bürokratischer seien als bei ihrer Behörde. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat seit der Einrichtung des Bundeswehr-Sondervermögens vor drei Jahren an öffentlichem Interesse gewonnen.
Äußerungen zur Kritik und interne Reformen
Lehnigk-Emden verteidigte das Beschaffungsamt gegen öffentliche Vorwürfe und bezeichnete die Kritik als unfair. Sie erklärte, dass das Beschaffungsamt oft zu Unrecht im Fokus der Kritik stehe und andere Beteiligte im Beschaffungsprozess nicht ausreichend wahrgenommen würden. Seit ihrem Amtsantritt vor zwei Jahren bemüht sie sich um einen Kulturwandel innerhalb der Behörde. Lehnigk-Emden forderte die Unternehmen auf, sich besser auf steigende Anforderungen vorzubereiten, unter anderem durch den Bau von Hallen und die Bereitstellung von Materialien wie Stahl.
Zusätzlich zu diesen Äußerungen erklärte Lehnigk-Emden, dass das Beschaffungsvolumen aufgrund der geplanten Lockerung der Schuldenbremse weiter ansteigen dürfte, was letztlich die Dringlichkeit zusätzlicher Maßnahmen in der Rüstungsbranche verdeutlicht. Weitere Details zu den Äußerungen von Lehnigk-Emden finden sich bei Rheinpfalz. Demnach sind die Anstrengungen in der Industrie dringend notwendig, um der wachsenden Nachfrage nach Rüstungsprodukten gerecht zu werden.