Hameln-Pyrmont

Neues Rathaus oder Sanierung? Bürgerbegehren sorgt für Aufregung!

Mit großem Interesse nahmen rund 120 Bürger an einer Informationsveranstaltung zum Bürgerbegehren für den Umbau des alten Grundschulgebäudes an der Kellerstraße zum neuen Rathaus teil, die in der Kirche St. Johannes der Täufer stattfand. Die Veranstaltung bot den Anwesenden die Möglichkeit, sich umfassend über das Vorhaben zu informieren und ihre Meinungen auszutauschen. Dabei äußerten einige Teilnehmer Unterstützung für den Ratsbeschluss, der den Abriss des alten Schulgebäudes und den Bau eines neuen Rathauses vorsieht.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens betonten die Notwendigkeit, angenehme Arbeitsplätze zu schaffen und Barrierefreiheit zu gewährleisten. Die geschätzten Kosten für den Abriss und den Neubau des alten Schulgebäudes belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro, während die Sanierung und der Umbau des Gebäudes aus den 1960er-Jahren etwa 8 Millionen Euro kosten würden. Gerd Runge erläuterte die finanziellen Auswirkungen eines Neubaus: Mehrkosten von 4,9 Millionen Euro führen zu jährlichen Zinsen und Abtragungen von 245.400 Euro über 30 Jahre, was insgesamt 7,4 Millionen Euro ausmacht.

Argumente und Diskussionen

Matthias Ballmaier verglich die Energiekosten und errechnete eine Einsparung von 8400 Kilowattstunden jährlich, was einem finanziellen Nutzen von 2688 Euro entspricht. Zudem wies Ballmaier darauf hin, dass 55% des Müllaufkommens durch Abrisse entstehen, was die Umweltbelastung des Vorhabens in den Fokus rückte. Innerhalb der Diskussion äußerten die Anwesenden unterschiedliche Standpunkte zur Attraktivität Bad Münders für junge Familien und Neubürger. Rolf Wittich, ehemaliger Ortsbürgermeister, sprach sich für den Umbau der alten Grundschule aus, während Detlef Bischoff, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins, die Argumente für den Neubau kritisierte.

André Hillebrand, ein Mitglied des Stadtrats, plädierte für einen Neubau und verwies auf den schlechten Zustand der alten Schule. Hans-Ulrich Siegmund, CDU-Fraktionschef, betonte die Pflichtaufgaben der Stadt und die Notwendigkeit eines geeigneten Verwaltungsgebäudes. Vorschläge zur alternativen Nutzung der Sparkassenräumlichkeiten wurden ebenfalls erörtert, während Christian Dreeke, Vertreter des Personalrates, sich klar für den Neubau aussprach.

Für das Bürgerbegehren benötigen die Initiatoren bis zum 15. Juni rund 1500 Unterschriften. Nach der ersten Stufe wird der Stadtrat über das Bürgerbegehren entscheiden; in der zweiten Stufe ist eine Mehrheit und mindestens 20% der Stimmen aller wahlberechtigten Bürger erforderlich. Ein Rückblick auf die Aktivitäten in Bad Münder zeigt unter anderem die Bestrebungen zur Stärkung der Bürgerbeteiligung, wie auf der Webseite von badmuenderkannmehr.de dokumentiert ist. Dort wird auch auf frühere Erfolge hingewiesen, die durch die aktive Mitgestaltung der Bürger erzielt wurden.