
In einer bevorstehenden NDR-Reportage werden die Badener Landwirte Nadine und Hendrik Meyerholz vorgestellt. Die Sendung „Die Nordreportage“ wird am 2. April 2025 um 18:15 Uhr ausgestrahlt. Der Kontakt zum NDR-Team kam über Jörn Ehlers, den Vorsitzenden des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden, zustande. Hendrik Meyerholz ist bereits durch das YouTube-Format „NDR auf‘m Land“ bekannt. Die Dreharbeiten fanden authentisch, ohne Drehbuch und Wiederholungen, statt. Beide Landwirte äußern Unsicherheit darüber, wie die Ausstrahlung auf sie wirken wird.
Das Ehepaar hält 4.500 Mastschweine und betreibt auch Ackerbau. Sie sind der Initiative Tierwohl beigetreten, die seit 2015 Landwirte unterstützt, die über gesetzliche Standards hinausgehende Maßnahmen zum Wohl der Tiere umsetzen. Ihre Betriebe werden ein bis zweimal jährlich, auch unangekündigt, kontrolliert. Die Meyerholzes haben aufgrund aktueller Änderungen der Haltungsbedingungen Umbauten auf ihrem Hof vorgenommen. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Fläche von 0,75 Quadratmetern pro Schwein, während sie 0,85 Quadratmeter bieten.
Öffentliche Wahrnehmung und Aufklärung
Nadine Meyerholz äußert Bedenken bezüglich der Öffentlichkeit, sieht aber auch die Möglichkeit zur Aufklärung über ihren Beruf. Das Ehepaar möchte ihren Beruf erklären und Wissen vermitteln, unter anderem durch Schulbesuche auf ihrem Hof. Hendrik betont die Bedeutung von Ordnung im Stall und die Notwendigkeit, sich bürokratischen Anforderungen zu widmen.
Tierschutz-Skandal in Schleswig-Holstein
In einem anderen Vorfall wurde ein Schweinemastbetrieb im Kreis Segeberg aufgrund der Veröffentlichung von Bildern durch die Tierschutzorganisation „Team Tierschutz“ stillgelegt. Diese Bilder zeigten nicht artgerechte Haltungsbedingungen, darunter einen Stall ohne Tageslicht sowie eine zentimeterdicke Schicht an Tierexkrementen. Schimmel an Wänden und Decken wies zudem auf gravierende hygienische Mängel hin. Der Landwirt bestätigte die Echtheit der Aufnahmen, äußerte sich jedoch nicht zu den Vorwürfen, die zu einer Strafanzeige führten. Laut seiner Aussage waren die Tiere gesund und das Veterinäramt habe dies ebenfalls bestätigt.
Das Veterinäramt des Kreises Segeberg bezeichnete die Haltungsbedingungen als „sehr unhygienisch und nicht hinnehmbar“. In dem betroffenen Stall lebten etwa 400 Tiere, von denen der Großteil nach der Stilllegung geschlachtet wurde; die restlichen Tiere sollen woanders weiter gemästet werden. Vor der Meldung durch die Tierschutzorganisation gab es keine dokumentierten Kontrollen durch das Veterinäramt. Ein zweiter Standort des Betriebs wies ebenfalls Mängel auf, dort befinden sich mehr als 3.000 Schweine. Das Veterinäramt stellte unzureichenden Zugang zu Beschäftigungsmaterial und zahlreiche Verletzungsgefahren fest. Die Staatsanwaltschaft Kiel prüft den Fall, eine rechtliche Bewertung ist bislang jedoch nicht möglich. Kritik üben die Tierschutzorganisationen an der Überlastung der Behörden und den unzureichenden Kontrollen, während der Kreis Segeberg trotz Stellenzuwächsen weiterhin zu wenig Kontrollpersonal hat. Die durchschnittliche Kontrollfrequenz für Schweinehaltungen liegt derzeit bei allen zehn Jahren.