
Die Salzgitter AG, ein deutscher Stahlkonzern, plant, ihr Geschäft mit der Verteidigungsindustrie auszubauen. Der Vorstandsvorsitzende Gunnar Groebler gab bekannt, dass das Unternehmen Gehärtete Bleche und Stahlrohre für die Rüstungsindustrie anbietet. Zu den aktuellen Maßnahmen zählen der Aufbau einer eigenen Verteidigungs-Taskforce sowie der Abschluss weiterer Lizenzvereinbarungen mit den deutschen Streitkräften, berichtet Marketscreener.
Der Hintergrund für diesen Schritt sind die zunehmenden geopolitischen Spannungen, insbesondere die Feindseligkeit Russlands sowie Drohungen der USA bezüglich NATO-Unterstützung. In Europa wächst der Druck, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Die Salzgitter AG ist in verschiedenen Segmenten tätig, darunter Flachstahl, Grobblech/Profilstahl, Mannesmann (Stahlrohre), Handel (Stahlprodukte) und Technologie (Produkte und Dienstleistungen für Maschinen- und Anlagenhersteller).
Wirtschaftliche Herausforderungen
Trotz des angekündigten Ausbaus des Verteidigungsgeschäfts sieht sich die Salzgitter AG mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 348 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 204 Millionen Euro erzielt worden war. Die Gründe für den Verlust liegen vor allem in Wertberichtigungen, Rückstellungen sowie Kosten für Restrukturierungen, wie industriemagazin.at berichtete.
Die Salzgitter AG plant dennoch, eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie auszuschütten, wobei die Dividende im Vorjahr 0,45 Euro je Aktie betrug. Gleichzeitig wird für 2025 ein stagnierender oder rückläufiger Umsatz erwartet. Der Druck auf die Stahlindustrie, verursacht durch nachlassende Nachfrage, sinkende Stahlpreise und hohe Energiepreise, bleibt bestehen.