
Die Stadtwerke Nienburg/Weser GmbH steht kurz vor der Fertigstellung eines Projekts, das die lokale Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff zum Ziel hat. Die Anlage, die im Gewerbegebiet Südring in Nienburg errichtet wurde, nutzt erneuerbare Energien zur Wasserstofferzeugung, insbesondere für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und den Schwerlastverkehr.
Die Wasserstoffproduktion erfolgt durch Solarstrom aus einer 2,1 Megawatt starken Photovoltaik-Freiflächenanlage, die im Sommer 2023 fertiggestellt wurde. Der erzeugte grüne Strom wird in einem Elektrolyseur zur Wasserstoffproduktion verwendet, wobei der Wasserstoff in speziellen Speichern gelagert und an einer neu errichteten Wasserstofftankstelle in Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb gefüllt wird. Die Komponenten wie Elektrolyseur, Wasserstoffspeicher und Tankstelle wurden im Jahr 2024 geliefert und installiert, die Inbetriebnahme der gesamten Anlage ist für das Frühjahr 2025 geplant.
Umweltfreundliche Mobilität
In der ersten Ausbaustufe liegt der Fokus auf der Betankung von zwei Brennstoffzellenbussen der Nienburger Stadtbusgesellschaft. Durch den Einsatz dieser Busse wird eine jährliche CO2-Einsparung von bis zu 266 Tonnen erwartet. Das Projekt bietet eine standortintegrierte Komplettlösung, die die Erzeugung von grünem Strom, die Wasserstoffproduktion und die Fahrzeugbetankung an einem Ort vereint. Durch das dezentrale Konzept sollen Transportverluste und -kosten minimiert sowie eine effiziente Ressourcennutzung ermöglicht werden.
Der Geschäftsführer Thomas Breer betont die Bedeutung des Projekts für die Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die Gestaltung einer klimaneutralen mobilen Zukunft. Das Vorhaben dient als beispielhaftes Modell für klimafreundliche Mobilität und zeigt innovative Ansätze für nachhaltige Lösungen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Energie- und Verkehrswende.
Parallel hierzu arbeiten Wissenschaftler der Katholieke Universiteit Leuven (KU Leuven) an einem innovativen Solarmodul, das die autarke Produktion von grünem Wasserstoff ermöglicht. Dieses System gewinnt Wasser aus der Luft und spaltet es mithilfe von Solarstrom in Wasserstoff und Sauerstoff. Im Labor konnte ein Wirkungsgrad von 15 Prozent erzielt werden, was einen Weltrekord in der solaren Wasserstoffproduktion darstellt, wie Forschung und Wissen berichtete.
Die Bioingenieure Jan Rongé und Tom Bosserez haben das Spinoff-Unternehmen Solhyd gegründet, um die Wasserstofffabrik industriell zu produzieren. Dieses System erfordert keine externe Wasserversorgung, was insbesondere in trockenen Regionen von Vorteil ist. Eine Photovoltaikzelle auf der Oberseite des Moduls erzeugt den Strom für die Wasserstoffproduktion, und ein einzelnes Panel kann bis zu 250 Liter Wasserstoff pro Tag produzieren.