Gelsenkirchen

Gelsenkirchen im Umbruch: AfD-Erfolg und neue Aufbruchsstimmung!

Gelsenkirchen, eine Stadt im Ruhrgebiet, präsentiert sich als Ort des Wandels und der Herausforderungen. Der Strukturwandel seit den 1990er Jahren, der durch den Rückgang der Kohleindustrie ausgelöst wurde, hat das Stadtbild geprägt. Noch immer sind stillgelegte Zechentürme und Industrieanlagen präsent. Die Einwohnerzahl der Stadt beträgt etwa 273.000, von denen rund 72.800 nichtdeutsch sind, was die vielfältige kulturelle Struktur Gelsenkirchens unterstreicht. Die Stadt hat mit einer hohen Arbeitslosigkeit von 15,2 Prozent und einem niedrigen Durchschnittseinkommen von 18.522 Euro zu kämpfen.

Die politischen Auswirkungen dieser Situation sind bemerkenswert. Bei der letzten Bundestagswahl wurde die AfD zur stärksten Kraft gewählt, was viele Beobachter überrascht hat. Die Bürger führen Migration, Armut, Wirtschaftspolitik und Arbeitslosigkeit als Gründe für ihre Wahlentscheidung an. Migrantenunternehmer wie Atilla Öner und Ilhan Bükrücü kritisieren die Integration in der Stadt. Die politische Landschaft ist im Umbruch, da die AfD mit ihren Versprechen von schnellen Lösungen Unterstützung aus verschiedenen Bevölkerungsschichten gewinnt. Oberbürgermeisterin Karin Welge macht auf die Dringlichkeit von Bildungsinitiativen und Integrationsmaßnahmen aufmerksam.

Strukturwandel und soziale Herausforderungen

Eine beleuchtende Langzeitreportage thematisiert die Rahmenbedingungen in Gelsenkirchen und dokumentiert die Erlebnisse der Einwohner. Viele zögerten, an der Reportage teilzunehmen, da sie der Meinung sind, die Stadt werde oft negativ dargestellt, während Lösungen für die bestehenden Probleme selten thematisiert werden. In den letzten 30 Jahren verlor Gelsenkirchen etwa 100.000 Arbeitsplätze, was sich stark auf die wirtschaftliche Situation und die Lebensqualität auswirkte. Laut der Reportage leben 41,5 Prozent der Kinder in Gelsenkirchen in Familien, die auf Grundsicherung angewiesen sind, was das große Ausmaß der Kinderarmut verdeutlicht.

Die Stadt, die einst als „Stadt der tausend Feuer“ bekannt war und zu den bedeutendsten Bergbauzentren Europas gehörte, kämpft heute mit vielen Herausforderungen. Leerstand, Schrottimmobilien und eine hohe Abwanderungsrate sind nur einige der Probleme, die bewältigt werden müssen. Oberbürgermeisterin Karin Welge betont die Notwendigkeit, neue Impulse zu setzen und Gelsenkirchen von negativen Klischees zu befreien, um die Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern. Die wirtschaftliche Situation wird durch den geplanten Verkauf der BP-Raffinerie weiter verschärft, was die Stadt in eine noch prekärere Lage bringen könnte. Gleichzeitig berichten Unternehmer von einem Arbeitskräftemangel und Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden, während Versuche, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, meist nicht nachhaltig sind.