Hamm

Israel schickt Delegation nach Kairo: Verhandlungen über Gaza-Waffenruhe!

Israel hat eine Delegation zu Gesprächen nach Kairo geschickt, um über die bevorstehenden Verhandlungen zur Fortsetzung der Waffenruhe im Gazakonflikt zu diskutieren. Diese Informationen stammen aus dem Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu. Ägypten vermittelt zusammen mit den USA und Katar in den laufenden Konflikt.

Derzeit befindet sich die erste Phase der Waffenruhe, die seit dem 19. Januar 2025 in Kraft ist, kurz vor ihrem Ende, das für das kommende Wochenende angesetzt ist. Ursprünglich sollten die Gespräche über die zweite Phase der Waffenruhe bereits Anfang Februar beginnen, jedoch wurden sie bisher nicht ernsthaft geführt. Unbestätigte Berichte deuten darauf hin, dass Israel eine Verlängerung der aktuell bestehenden Waffenruhe und die Freilassung zusätzlicher Geiseln anstreben könnte.

Details zur Waffenruhe und Geiseln

Die Vereinbarungen zur Waffenruhe sehen vor, dass die Hamas in der zweiten Phase lebende Geiseln zurückgibt, während in der dritten Phase auch die Toten übergeben werden sollen. Derzeit halten sich noch 59 Israelis in der Gewalt der Hamas, von denen 27 am Leben sind. Die Hamas besteht darauf, dass Israel die getroffenen Vereinbarungen einhält. Zudem sieht die zweite Phase vor, dass Israel seine Truppen vollständig aus dem Gazastreifen abzieht und ein dauerhaftes Ende der Kämpfe erklärt. Allerdings hat Verteidigungsminister Israel Katz bereits einen vollständigen Abzug abgelehnt, um den Waffenschmuggel zu verhindern.

Am 15. Januar 2025 einigten sich Vertreter der israelischen Regierung und der Hamas auf eine Waffenruhe, die am 19. Januar um 10:15 MEZ in Kraft trat und zunächst für 42 Tage gelten sollte. In dieser Phase ziehen sich die israelischen Streitkräfte aus stark bevölkerten Gebieten im Gazastreifen zurück, um humanitäre Unterstützung für die Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Palästinenser, die in den Süden geflohen sind, können in ihre Heimatorte im Norden zurückkehren.

Die Daten zeigen, dass von rund 250 am 7. Oktober 2023 verschleppten israelischen Geiseln geschätzt 98 noch in der Gewalt der Hamas sind. In der ersten Phase sollen 33 lebende Geiseln, darunter Frauen und Kinder, freigelassen werden, während Israel im Gegenzug 30 verurteilte palästinensische Häftlinge für jede zivile Geisel und 50 für jede militärische Geisel entlässt. Geplant ist, dass insgesamt etwa 1.900 Gefangene betroffen sind, was sowohl Häftlinge wegen einfacher Delikte als auch schwere Verbrecher umfasst.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation mit Sorge, da mehr als 46.000 Palästinenser laut UN im Konflikt ums Leben gekommen sind. Darüber hinaus gab es Warnungen von Ministerpräsident Netanjahu vor militärischen Maßnahmen, falls die Verhandlungen scheitern sollten. Auch politische Spannungen innerhalb der israelischen Regierung nehmen zu, da die rechtsextreme Partei Otzma Jehudit ihr Ausscheiden aus der Regierungskoalition angekündigt hat, was die Mehrheit der Regierung gefährden könnte. In den USA werten sowohl Präsident Joe Biden als auch der neue Präsident Donald Trump das Abkommen als Erfolg, während die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock und die Hohe Vertreterin der EU, Kaja Kallas, die Waffenruhe begrüßen und die Bedeutung humanitärer Hilfe betonen.