
Am 2. April 2025 präsentierte die Stadt Oberhausen eine Urkunde aus dem Bestand „Urkunden Westerholt“. In dieser Urkunde, die aus der Zeit Karls des Großen stammt, wird ein Aprilscherz erwähnt. Ein wesentlicher Bestandteil der Urkundenpräsentation war die erste Erwähnung des Kastells Holten im Jahr 1188, das damals als Burg Holte bekannt war.
Die Urkunde stammt aus dem Stadtarchiv Oberhausen, welches das einzige Archiv mit Urkundenbestand in der Region ist. Der Urkundenbestand umfasst hauptsächlich Pergamenturkunden, die zwischen 1461 und 1715 datiert sind. Die älteste Urkunde ist auf den 24. April 1461 datiert. Der Stammsitz der Familie Westerholt-Ahrenfels befindet sich im Vest Recklinghausen. Die Stadt Oberhausen erwarb 1952 die Oberhausener Überlieferung, und die gezeigte Pergamenturkunde, datiert auf den 25. Juli 1527, ist ein Testament von Heinrich und Katharina von der Höven.
Historische Bedeutung und Verwaltung
Der Urkundenbestand dokumentiert die Verwaltung der Besitztümer der Familie Westerholt und enthält wichtige Informationen über Grundstücksgeschäfte, Immobilienangelegenheiten und das Rechnungswesen. Diese Urkunden stellen eine wichtige Quelle für historische Fragestellungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Oberhausens dar.
Zusätzlich ist das Kastell Holten von historischer Relevanz. Laut einer Recherche wurde der Vorgängerbau, die Burg Holte, in den Jahren 1188, 1243 und 1250 erwähnt. Die Besiedelung Holtens begann im Schutz der Burg während des Mittelalters. Im Jahr 1310 erhielt Holten Stadtrechte. Über die Jahrhunderte hinweg wechselten Burg und Stadt mehrfach den Besitzer, unter anderem an die Familie von Loë, und erlebten Perioden der Besetzung durch verschiedene Truppen während militärischer Konflikte, wie dem Achtzigjährigen Krieg.
Nachdem Holten von 1609 bis 1701 unter brandenburgischer Herrschaft stand, fiel es ab 1701 an Preußen. Im Jahr 1815 wurde das Kastell Holten im Rahmen des Wiener Kongresses wieder an Preußen übertragen und schließlich 1818 in bürgerlichen Besitz übergeben. Von 1842 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fungierte es unter anderem als Schule. Nach dem Krieg erlebte das Kastell einen erheblichen Verfall; 1961 wurde der Südflügel abgerissen. Heute dient der Hauptflügel der neuen Burg als Vereinsheim der Bürgerschützengilde Holten von 1308 und ein öffentlicher Park mit Kinderspielplatz befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Vorburg.