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Einbürgerung in NRW: Neue Regeln und steigende Antragszahlen!

In Bochum unterstützen Fachkräfte wie Kenan Araz im Aktionsbüro Einbürgerung Menschen auf ihrem Weg zur Staatsbürgerschaft in Deutschland. Derzeit berät Araz Jihan, eine syrische Mutter, die sich zusammen mit ihren zwei Kindern einbürgern möchte. Ihr Einbürgerungsprozess zieht sich bereits über ein halbes Jahr hin, und kürzlich wurde sie darüber informiert, dass eine wichtige Geburtsurkunde fehlt, was die Situation weiter kompliziert. Da die nötigen Dokumente in den Einbürgerungsverfahren oft verspätet angefordert werden, äußert Araz Unmut über die Überlastung der zuständigen Behörden.

Die Anzahl der Anträge auf Einbürgerungen steigt deutlich. Araz verweist auf das neue Einbürgerungsgesetz, das seit Sommer 2024 in Kraft ist und wichtige Änderungen mit sich bringt. Diese Reform stärkt die Möglichkeiten zur Einbürgerung, indem sie Mehrstaatlichkeit erlaubt und Antragsfristen verkürzt.

Neues Staatsangehörigkeitsrecht ab 2024

Mit dem neuen Einbürgerungsgesetz, das ab dem 27. Juni 2024 in Deutschland gelten wird, sind umfassende Änderungen im Staatsangehörigkeitsrecht verbunden. Schätzungen zufolge besitzen etwa 12 Millionen Menschen in Deutschland keinen deutschen Pass, wobei rund 5,3 Millionen von ihnen seit mindestens zehn Jahren im Land leben. Im Jahr 2022 haben lediglich 168.545 Personen den deutschen Pass beantragt, was einer Einbürgerungsrate von nur 1,1 Prozent entspricht – deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 2,0 Prozent.

Diese Reform zielt darauf ab, die Einbürgerungsverfahren zu beschleunigen und die Integration von Zugewanderten zu fördern. Wichtige Neuerungen beinhalten die Verkürzung der Voraufenthaltszeit von acht auf fünf Jahre, bei besonders guter Integration sogar auf drei Jahre. Zudem erhalten Kinder ausländischer Eltern automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil seit mehr als fünf Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt.

Einbürgerungsbewerber müssen künftig ihren Lebensunterhalt selbst sichern, und antisemitische sowie rassistische Haltungen schließen eine Einbürgerung aus. Darüber hinaus wird das Verfahren der Sicherheitsabfrage digitalisiert und beschleunigt.

Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Integrationschancen erhöhen, sondern auch den Bezug zu den Herkunftsländern der Zuwanderer unterstützen, indem Mehrstaatlichkeit ermöglicht wird.