Rhein-Kreis Neuss

Ein Blick ins Tagebuch: Kriegsende 1945 in Zons hautnah erleben!

Am Dienstag, den 11. März, um 19 Uhr findet in der Nordhalle von Burg Friedestrom in Dormagen-Zons ein Vortrag über das Kriegsende 1945 statt. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Geschichte im Gewölbekeller“ und wird von Selina El Moutawakil und Dr. Stephen Schröder geleitet. Das Thema des Vortrags lautet: „Dafür haben nun unsere Soldaten gekämpft und gelitten?! Das Kriegsende 1945 in Zons im Spiegel des Tagebuchs von Gertrud Stelzmann“. Der Geschichtsverein Dormagen kooperiert mit den Referenten bei dieser Veranstaltung, die kostenfrei zugänglich ist.

Der Vortrag erinnert an die Tagebuchnotizen von Gertrud Stelzmann, die im März 1945 25 Jahre alt war. Diese Notizen gewähren Einblick in die Gedankenwelt einer jungen katholischen Frau zu den dramatischen Ereignissen der letzten Kriegsmonate, einschließlich der Bombardements. Zons wurde am 6. März 1945 von amerikanischen Truppen erobert. Eine Anmeldung per E-Mail oder Telefon ist erforderlich, und im Anschluss an den Vortrag ist ein geselliges Beisammensein geplant, wie lokalklick.eu berichtete.

Situation in Hannover im April 1945

Im Kontext des Kriegsendes erreichten am 10. April 1945 US-Truppen Hannover, das zu diesem Zeitpunkt weitgehend zerstört war. Laut ndr.de hatten die Alliierten im April 1945 militärisch die Oberhand gewonnen und drangen von Westen in Deutschland vor. Zu diesem Zeitpunkt war die Bevölkerung Hannovers von ehemals 470.000 auf nur noch etwa 215.000 gesunken, die hauptsächlich aus Frauen, Kindern und älteren Menschen bestand.

Am 9. April standen die US-Truppen bereits unmittelbar vor Hannover. Der Oberbürgermeister Egon Bönner suchte daraufhin den Gau-Gefechtsstand auf, um zur Aufgabe zu bewegen, während General Paul Wilhelm Loehning den Soldaten die Wahl ließ, sich zu ergeben oder zu fliehen. Der Widerstand gegen die US-Truppen endete schnell, und am selben Tag wurde Oberbürgermeister Bönner festgenommen. Während die Stadt bereits stark zerstört war – mehr als die Hälfte aller Wohnungen war vernichtet oder schwer beschädigt – floh Gauleiter Hartmann Lauterbacher in Richtung Harz.

Am 11. April wurde Gustav Bratke, ein SPD-Politiker, zum neuen Oberbürgermeister ernannt, während die öffentliche Ordnung in Hannover vor der Kapitulation weitgehend zusammengebrochen war. Plünderungen traten auf, und Nazi-Symbole verschwanden rasch aus dem Stadtbild. Der Wiederaufbau der SPD in Hannover wurde im April 1945 beschlossen, doch viele Menschen wurden in den Lagern bei Hannover erst nach den Besetzungen befreit, und abgerissene Gräueltaten der SS und Gestapo setzten sich bis kurz vor die Befreiung fort.