
Im Wald zwischen Lauterecken und Cronenberg stehen hunderte weiße Plastikhüllen, die junge Bäume verbergen. Dies ist das Ergebnis einer Initiative von Forstwirt-Azubis, die in der Region einen neuen Mischwald pflanzen. Vor zwei Jahren hatte eine Borkenkäferplage zur Abholzung der Fichten in diesem Gebiet geführt. Revierförsterin Kai-Sophie Nöcker ist aktiv an dem Projekt beteiligt und zeigt sich optimistisch für die zukünftige Entwicklung des Waldes. Zuvor war das Gebiet stark von wuchernden Brombeeren betroffen, was die Aufforstung zusätzlich erschwerte, wie die [Rheinpfalz](https://www.rheinpfalz.de/lokal/kreis-kusel_artikel,-klima-initiative-forst-azubis-pflanzen-im-nordkreis-einen-neuen-mischwald-_arid,5755786.html) berichtet.
Ein weiteres Beispiel für die Auswirkungen von Borkenkäfern und Klimawandel findet sich am Rennsteig im Landkreis Kronach, wo Fabian Mainardy eine Kahlfläche von 500 Hektar überwacht. In diesem Gebiet sind rund 50 Prozent der Fichten durch den Borkenkäfer geschädigt. Im Staatswald ist der Kahlflächenanteil unter 10 Prozent. Mainardy, der ein 90-köpfiges Team der Bayerischen Staatsforsten leitet, sieht sich mit einem hohen Handlungsdruck konfrontiert. Hohe Graslandschaften und Mäusepopulationen erschweren die Aufforstung. Um den Waldbestand zukunftsfähig zu gestalten, setzen die Bayerischen Staatsforsten personelle Ressourcen und finanzielle Mittel aus dem Klimafonds ein, wie [BR.de](https://www.br.de/nachrichten/bayern/aufgeben-ist-keine-option-aufforstung-des-frankenwaldes,URXnF5k) ausführlich darstellt.
Strategien gegen die Herausforderungen
Christian Goldammer, der örtliche Revierleiter, berichtet von Erfolgen mit Libanon-Zedern, die vor fünf Jahren gepflanzt wurden. Das Zedernholz erzielt mit 300 Euro je Festmeter einen deutlich höheren Preis als Fichtenholz, das zwischen 80 und 90 Euro liegt. Goldammer pflanzt hauptsächlich kleine Tannen aus einem staatlichen Pflanzgarten in Bindlach, um den Wald wieder aufzuforsten. In den letzten drei Jahren wurden 1,5 Millionen Baumsetzlinge gepflanzt, deren Herkunft gesichert ist. Die Tannen wachsen erfolgreich unter stehenden Altfichten, und zur Bekämpfung von Fraßschäden durch Rehe wird eine biologische Brühe aus Schafsfett eingesetzt.
Ein bemerkenswerter Erfolg zeigt sich auch bei einer Kahlfläche, auf der Eicheln aus dem Spessart gesät wurden, die prächtig gedeihen. Die Revierleiter betonen die Wichtigkeit, proaktiv Baumarten zu pflanzen, bevor Krisen sichtbar werden. Erfolgreiche Aufforstungsprojekte beinhalten unter anderem Buchen, Bergahorn, Tannen und Lärchen, die in gesunden Fichtenbeständen gepflanzt wurden und nun zu einem bunt gemischten Wald beitragen.