
Die Polizeidirektion Montabaur hat einen Rückgang der Straftaten für das Jahr 2024 gemeldet. Insgesamt wurden 13.326 Straftaten registriert, was einem Rückgang von 3,2% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Westerwaldkreis belief sich die Anzahl auf 8.847 Straftaten, während im Rhein-Lahn-Kreis 4.479 Straftaten registriert wurden. Die Aufklärungsquote der Polizeidirektion liegt bei 62,8%, was 9.083 aufgeklärten Fällen entspricht.
Die Häufigkeitszahl, die angibt, wie wahrscheinlich es ist, Opfer einer Straftat zu werden, liegt bei 4.312 Fällen. In der Ermittlung der Tatverdächtigen wurden insgesamt 6.939 Personen identifiziert, davon 1.051 unter 21 Jahren. Straftaten gegen das Leben sind auf vier Fälle zurückgegangen, was einem Rückgang von 42,9% entspricht. Auch die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verzeichneten einen Rückgang um 28,2% auf 392 Fälle.
Änderungen der Deliktszahlen
Während viele Delikte rückläufig sind, gab es bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit einen Anstieg um 12,6% auf 3.145 Fälle, wobei Körperverletzungsdelikte 61% dieser Rohheitsdelikte ausmachen. Die Fallzahlen im Bereich der Diebstahlsdelikte sind um 8,2% auf 1.798 Fälle gesunken. Besonders Wohnungseinbruchsdiebstähle sind um 4,8% auf 138 Fälle zurückgegangen, wobei 52% der Versuche abgebrochen wurden.
Ein weiterer bedeutender Rückgang wurde bei der Rauschgiftkriminalität festgestellt, die um 25,6% auf 986 Fälle zurückging. Diese Entwicklung wird größtenteils auf die Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 zurückgeführt.
Gleichzeitig hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2023 einen Anstieg der erfassten Straftaten um 5,5% verzeichnet, mit insgesamt 5.940.667 Fällen. Diese Zahlen sind die höchsten seit 2016. Die Aufklärungsquote lag 2023 bei 58,4%, was einen Anstieg um 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Die PKS, die das Hellfeld der Kriminalität erfasst, identifizierte mehrere zentrale Faktoren für den Anstieg der Straftaten. Dazu zählen die erhöhte Mobilität nach dem Wegfall der Covid-19-Beschränkungen, wirtschaftliche und soziale Belastungen, insbesondere durch Inflation, sowie eine hohe Zuwanderungsrate in Deutschland.
Im Jahr 2023 wurden außerdem 214.099 Gewaltkriminalitätsfälle verzeichnet, was den höchsten Stand seit 2007 darstellt. Auch die Zahl tatverdächtiger Personen stieg auf 2.246.767, ein Anstieg um 7,3% im Vergleich zum Vorjahr.
Die Diebstahlsdelikte stiegen um 10,7% auf 1.971.435 Fälle, während der Wohnungseinbruchdiebstahl im Jahr 2023 um 18,1% auf 77.819 Fälle anstieg, jedoch weiterhin unter dem Niveau von 2019 bleibt. Rauschgiftdelikte verzeichneten einen Anstieg um 1,8%, insbesondere die Delikte im Zusammenhang mit Kokain und Crack nahmen um 29,1% zu.
Für weitere detaillierte Informationen zu den kriminalstatistischen Entwicklungen in Deutschland, wird auf die [BKA-Statistik 2023](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023.html) verwiesen. Der Rückgang der Straftaten in Montabaur ist ein positiver Aspekt, während die allgemeinen Trends in Deutschland weiterhin Anlass zur Sorge geben, wie [Bild berichtete](https://www.bild.de/regional/rheinland-pfalz/montabaur-kriminalstatistik-zeigt-rueckgang-der-straftaten-67d2a760e63adf17b0ba1a3b).