Worms

Droht der Rhein zu versiegen? Experten warnen vor gravierenden Folgen!

Der Rhein zeigt zu Beginn des Aprils 2025 besorgniserregende Pegelstände, die typischerweise nur in den Hochsommermonaten zu erwarten sind. In Worms wurde am 1. April ein Pegelstand von 88 Zentimetern gemessen, der in den kommenden Tagen auf alarmierende 50 Zentimeter sinken könnte. Laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung sind die Folgen des frühen Niedrigwassers gravierend, da normalerweise die Pegelstände im Frühjahr durch Schneeschmelze und Niederschläge gut gefüllt werden. Aktuell wird jedoch kein nennenswerter Regen in Sicht erwartet, was die ohnehin kritische Situation weiter verschärfen könnte.

Der Rhein spielt eine zentrale Rolle als Wasserstraße für den Transport von Rohstoffen, Chemikalien, Baustoffen und Lebensmitteln. Ein zu niedriger Wasserstand könnte dazu führen, dass Frachtschiffe nicht voll beladen werden können oder ihre Fahrten komplett einstellen müssen, was besonders Industriezentren im Süden und Westen Deutschlands betrifft. Ein möglicher Stopp der Schifffahrt wäre mit Produktionsengpässen, Lieferkettenproblemen und steigenden Preisen verbunden. Dies könnte sich insbesondere auf die Preise von Benzin, Diesel und Baumaterialien wie Kies, Sand und Zement auswirken, während auch Lebensmittel möglicherweise teurer werden, wenn Rohstoffe und Verpackungsmaterialien nicht rechtzeitig ankommen.

Langfristige Auswirkungen des Niedrigwassers

Der Pegelstand des Rheins ist in dieser Saison außergewöhnlich niedrig, was bereits zu erheblichen Problemen für die Schifffahrt und den Güterverkehr führt. Diese niedrigen Pegelstände sind nicht nur ein momentanes Phänomen, sondern auch ein Symbol für die Herausforderungen, die die Dürrejahre und die Klimakrise mit sich bringen. Klimawissenschaftler Peter Greve erklärt, dass der unterdurchschnittliche Schneefall im Winter die Abflussmenge im Sommer verringert und warnt, dass solche Niedrigwasserereignisse in Zukunft wahrscheinlich häufiger auftreten werden.

Aktuelle Informationen zeigen, dass der Pegelstand 96 cm beträgt, was zu einer drastischen Auslastung von nur 40% führt. Schiffe sind aufgrund des niedrigen Wasserstands gezwungen, ihre Frachtkapazität erheblich zu reduzieren, beispielsweise von 5.000 auf 2.000 Tonnen. In einigen Gebieten ist die Schifffahrt sogar vollständig eingestellt. Dies führt dazu, dass der Güterverkehr zunehmend von der Binnenschifffahrt auf die Straße verlagert wird, was negative Auswirkungen auf die Umwelt hat.

Die Kapazität der Bahn ist auf vielen Strecken bereits ausgelastet, was den Herausforderungen im Güterverkehr zusätzlich Hinzugefügt wird. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht eine Stärkung des Schiffsverkehrs vor, einschließlich der „Abladeoptimierung Mittelrhein“. Dennoch gibt es kritische Stimmen zu den geplanten Maßnahmen wie der Fahrrinnenvertiefung, die als umweltschädlich angesehen werden. Experten wie Karsten Rinke warnen vor gravierenden Umweltauswirkungen, die in anderen Regionen bereits beobachtet wurden.

Zusätzlich führt Niedrigwasser zu höheren Wassertemperaturen und Problemen im Sauerstoffhaushalt. Kläranlagen stehen vor Schwierigkeiten bei der Abwasserentsorgung, da weniger Wasser zur Verdünnung zur Verfügung steht. Rinke schlägt vor, durch Maßnahmen wie die Entsiegelung von Flächen und den Ausbau urbaner Räume zu handeln, um das Wasser besser versickern zu lassen und den Flüssen zugutekommen. In diesem Zusammenhang sind auch die sogenannten Hungersteine im Rhein ein deutliches Warnzeichen für die Dringlichkeit neuer Lösungen, die sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte berücksichtigen müssen.