
Chemnitz hat im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2025 ein innovatives Projekt ins Leben gerufen, das die kulturelle Bedeutung von Garagen hervorhebt. Unter dem Titel „#3000Garagen“ wird eine Entdeckungstour angeboten, die von der Kuratorin Agnieszka Kubicka-Dzieduszycka geleitet wird. Ziel der Initiative ist es, Garagen als wichtige Orte für Gemeinschaft und kulturellen Austausch zu präsentieren, die weit über die Funktion als bloße Unterstellplätze für Fahrzeuge hinausgehen.
Im Rahmen des Projekts wird ein Parcours angeboten, der individuelle Geschichten von Garagennutzern erzählt und diese mit der Geschichte der Stadt Chemnitz verknüpft. Die Tour umfasst zehn Stationen, darunter historische Garagenhöfe aus der DDR-Zeit, die in Eigenleistung errichtet wurden, sowie die älteste Garage der Stadt, die Remise der Villa Esche, die 1902/03 nach Plänen von Henry van de Velde erbaut wurde. Besonders hervorzuheben ist die Hochgarage von 1928, die im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet wurde und Platz für rund 300 Autos und Motorräder bietet. Diese Hochgarage beherbergt ebenfalls das Chemnitzer Fahrzeugmuseum sowie eine Installation des Künstlers Martin Maleschka mit dem Titel „Ersatzteillager“.
Kulturelle Angebote und Veranstaltungen
Verschiedene kulturelle Veranstaltungen sind im Rahmen des Projekts geplant, darunter Garagenkonzerte, eine Videoinstallation über Garagen-Interieurs und interaktive Installationen von Cosima Terrasse. Dirk Schmerschneider hebt die Rolle der Garagen als Mikrokosmos und Orte des Austauschs hervor, die die Vielfalt und Pragmatik der Garagenbesitzer widerspiegeln. Die Fotografin Maria Sturm hat über 170 Garagenbesitzer in Chemnitz porträtiert und deren Lebensgeschichten dokumentiert, eine Ausstellung dieser Porträtaufnahmen wird während des Kulturhauptstadtjahres gezeigt.
Agnieszka Kubicka-Dzieduszycka möchte die Garagen als Begegnungsorte weiter in den Fokus rücken und plant zukünftige Workshops mit internationalen Künstlern, Architekten und Designern, um das Potenzial der Garagen als kreative Räume zu erkunden. In den Garagenhöfen sind auch Grillabende, Kino und Konzerte geplant, um den Austausch zwischen Chemnitzern und Gästen zu fördern.
Die gesamte Entdeckungstour kann bis zum Ende des Jahres eigenständig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Rahmen von Straßenbahn- und Bustouren erkundet werden, wie n-tv berichtete. Ergänzend dazu informiert MDR über die geplanten Workshops sowie die Ausstellung der Lebensgeschichten der Garagenbesitzer.