
In Timmendorfer Strand regt sich Widerstand gegen die illegale Vermietung von Ferienwohnungen. Nicolas Jelinsky aus Niendorf kritisierte in einem aktuellen Bericht die erheblichen Unregelmäßigkeiten bei der Vermietung von über 1000 Wohnungen auf Booking.com in der Gemeinde mit etwa 9000 Einwohnern. Er forderte die Gemeinde auf, verstärkt gegen die Schwarzvermietung vorzugehen.
Um diesem Problem zu begegnen, hat die Landesregierung ein Wohnraumschutzgesetz verabschiedet, welches kommunalen Verwaltungen neue Sanktionsmöglichkeiten bietet. Dadurch können die Gemeinden eine Zweckentfremdungssatzung erlassen, um die Vermietung von Wohnraum zu regulieren. Bei einer Vermietung von mehr als zwölf Wochen im Jahr drohen den Vermietern Geldbußen, wie bereits in Lübeck praktiziert, wo Strafen bis zu 100.000 Euro angedroht werden.
Politische Reaktionen und nächste Schritte
Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, äußerte, dass die Gemeinde aktuell keine Sanktionsmöglichkeiten gegen die illegale Vermietung hat und lediglich an den Kreis melden kann. Er sieht jedoch die Einführung einer Zweckentfremdungssatzung als interessante Möglichkeit an, um der Situation zu begegnen. Beide großen Fraktionen in der Gemeindevertretung stehen dem Vorschlag offen gegenüber.
Michael Strümpell vom Bürgerbündnis Neue Perspektive (BBNP) und Martin Potthast von der CDU haben ebenfalls Interesse an der Thematik bekundet. Die CDU plant, sich im April mit den Möglichkeiten des Wohnraumschutzgesetzes auseinanderzusetzen, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Das Zweckentfremdungsgesetz, das die Nutzung von Mietwohnungen regelt, hat in Deutschland an Bedeutung gewonnen. Dieses Gesetz richtet sich insbesondere an Ballungszentren und touristisch beliebten Regionen, wo viele Eigentümer ihre Wohnungen als Ferienunterkünfte vermieten. Insbesondere durch das AirBnB-Gesetz in Berlin erlangte das Thema nationale Aufmerksamkeit. Dort dürfen Vermieter ihre selbst bewohnte Wohnung bis zu 60 Tage im Jahr ohne Genehmigung kurzfristig vermieten. Bei Verstößen gegen das Gesetz drohen auch hier hohe Bußgelder, bis zu 100.000 Euro in Berlin, was die Wichtigkeit einer Regelung unterstreicht, um den Wohnungsmarkt zu schützen.
Für Timmendorfer Strand könnte die Einführung einer solchen Satzung sowohl ein effektives Mittel gegen die Schwarzvermietung darstellen als auch dazu beitragen, den Druck auf den Wohnungsmarkt in der Region zu verringern.