
Die Zahl der Windpockeninfektionen in Schleswig-Holstein hat im Jahr 2024 einen Anstieg verzeichnet, der sich den Werten vor der Corona-Pandemie annähert. Im Kreis Segeberg gab es bis zum 17. März 2025 insgesamt 17 gemeldete Windpockenfälle. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden lediglich vier Infektionen registriert. Allein im März 2025 wurden bereits fünf Fälle festgestellt, während im Vorjahr in diesem Zeitraum kein Fall auftrat. Diese Informationen stammen von der AOK-Nordwest und dem Robert-Koch-Institut (RKI).
Im gesamten Jahr 2024 wurden in Schleswig-Holstein etwa 520 Windpocken-Infektionen gezählt, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Jahren während der Corona-Pandemie darstellt, als die Zahl auf knapp 200 Fälle pro Jahr gesunken war. Im Jahr 2019, vor der Pandemie, waren über 640 Windpockenfälle registriert worden. Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK-Nordwest, erklärt, dass die Corona-Pandemie das Infektionsgeschehen beeinflusst hat. Der Rückgang der Infektionen während der Pandemie wird auf Maßnahmen wie Schul- und Kita-Schließungen sowie strenge Hygieneregeln zurückgeführt.
Empfehlungen zur Impfung
Die AOK empfiehlt, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen. Diese Impfung wird von den gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten bezahlt. Die Entscheidung über die Impfung liegt jedoch bei den Eltern, die sich bis dahin umfassend mit dem Thema auseinandersetzen sollten. Auch wenn die Impfung nicht im empfohlenen Alter erfolgt, kann sie nachgeholt werden. Eine Impfung kann helfen, schwere Verläufe und Ansteckungen zu vermeiden.
Windpocken sind eine der häufigsten Kinderkrankheiten und äußerst ansteckend. Die Symptome treten etwa 10 Tage bis 3 Wochen nach der Ansteckung auf und umfassen Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Danach bilden sich kleine rote Flecken auf der Haut, die stark jucken und sich zu Bläschen entwickeln. Die Flüssigkeit in diesen Bläschen ist sehr ansteckend, und es wird empfohlen, diese nicht aufzukratzen. Die Ansteckungsgefahr beginnt bereits einen Tag vor dem Auftreten des Hautausschlags und endet, wenn die Bläschen ausgetrocknet sind. Das Varizella-Zoster-Virus, das Windpocken verursacht, wird als Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen und kann Distanzen von mehreren Metern überwinden.
Die AOK und das RKI haben festgestellt, dass der Windpocken-Erreger nach einer Infektion dauerhaft im Körper verbleibt und im höheren Alter zu Gürtelrose führen kann, wie [ndr.de](https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Windpocken-Mehr-als-500-Infektionsfaelle-in-SH-in-2024,windpocken110.html) berichtet.
Für die Öffentlichkeit ist es entscheidend, sich über die Risiken und die Möglichkeiten der Prävention durch Impfungen zu informieren und entsprechend zu handeln, wie [kn-online.de](https://www.kn-online.de/lokales/segeberg/windpocken-im-kreis-segeberg-nehmen-zu-aok-empfiehlt-impfungen-CBJ5SCSG4NFMRNWV74CQUVT35M.html) feststellt.