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Trump zündet den Zoll-Sturm: Börsen in Turbulenzen, was nun?

US-Präsident Donald Trump hat ein globales Zollpaket vorgestellt, das weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft mit sich bringen könnte. Die neuen Zölle, die heute in Kraft traten, belaufen sich auf pauschale 10 Prozent für Waren aus allen Ländern, was bei Investoren zu Turbulenzen an den Börsen führte. Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank Fed, warnte bereits vor den erwarteten wirtschaftlichen Auswirkungen und prognostizierte höhere Inflation sowie langsameres Wachstum für die USA.

Am 9. April wird zusätzlich ein komplexer Mechanismus in Kraft treten, der für Länder mit hohem Handelsdefizit gegenüber den USA höhere Zölle vorsieht. Bestimmte Waren sind von den neuen Zöllen ausgenommen, darunter wichtige Produkte wie Stahl und Aluminium, Autos und Autoteile sowie Medikamente. Für die Schweiz sollen die Zölle laut Informationen einen Satz von 31 Prozent erreichen.

Internationale Reaktionen und weitere Entwicklungen

Die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) hat bereits vor den schwerwiegenden Konsequenzen gewarnt, die insbesondere ärmere Länder treffen könnten. Trump hatte in einer am Mittwoch unterzeichneten Anordnung die Einführung der Zölle angekündigt. Darüber hinaus wurde bekannt, dass er möglicherweise Sonderzölle auf die ausgenommenen Waren in Betracht zieht, was die internationale Gemeinschaft besorgt reagieren lässt.

China und die EU haben angekündigt, Maßnahmen gegen die neuen Zölle zu ergreifen. Die EU-Kommission hat bereits Gegenmaßnahmen vorbereitet und betont, dass sie auf Augenhöhe verhandeln möchte. Die Bedenken über mögliche negative Auswirkungen der Zölle wurden auch von US-Senator Ted Cruz geäußert, während die konservative Denkfabrik American Enterprise Institute die Berechnung der Zölle als fehlerhaft und überhöht kritisiert.

Die Gesamtsituation zeigt, dass wirtschaftlich schwache Länder und kleine Inselstaaten einem „perfekten Sturm“ ausgesetzt sind, obwohl sie nur 2 Prozent des US-Handelsdefizits ausmachen, wie UNCTAD warnte. Trump hatte ursprünglich sogar Zölle von bis zu 50 Prozent angekündigt, die höchsten Sätze betreffen demnach Saint-Pierre und Miquelon sowie Lesotho.