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Umfrage zeigt: AfD holt auf – Was bedeutet das für die Union?

Aktuelle Umfragen zeigen ein spannendes Bild der deutschen politischen Landschaft. Während der Abstand zwischen der Union und der AfD im Februar noch bei fast acht Prozentpunkten lag, sind die beiden Parteien nun fast gleichauf. Forsa-Geschäftsführer Thorsten Thierhoff erklärt, dass diese Entwicklung auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist. In Berlin verhandeln Union und SPD über die Bildung einer neuen Regierung. Dabei sind wichtige Punkte in der Migrations- und Steuerpolitik noch nicht geklärt, und es kursieren bereits Listen mit möglichen Ministerkandidaten. Insbesondere wird spekuliert, ob frustrierte Wähler zur AfD überlaufen könnten, was die Diskussion über die Möglichkeit, dass die AfD in Umfragen vor CDU und CSU liegen könnte, angeheizt hat, wie Welt.de berichtet.

Eine weitere Umfrage zeigt, dass die SPD und die AfD leichte Zugewinne in der Wählergunst verzeichnen. Die Union bleibt stabil bei 30 Prozent und ist somit nach wie vor die stärkste Kraft. Die AfD erzielt 22 Prozent, während die SPD auf 17 Prozent kommt, was jeweils einen Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche bedeutet. Die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa wurde nach dem gescheiterten Gesetzesentwurf zur Verschärfung der Migrationspolitik durchgeführt, der aufgrund der Enthaltung von zwölf Unionsabgeordneten nicht zustande kam. Diese Entscheidung sorgte für Empörung unter Grünen und SPD und führte zu umfangreichen Protesten in zahlreichen deutschen Städten mit Zehntausenden Teilnehmern. Die Grünen bleiben mit 12 Prozent stabil, während die BSW auf 6 Prozent sinkt. FDP und Linke liegen bei 4 Prozent und würden demnach den Einzug in den Bundestag knapp verpassen. Die Umfrage befragte 1.203 Menschen, die maximale Fehlertoleranz liegt bei 2,9 Prozentpunkten. Die Auswirkungen der Abstimmung im Bundestag auf die Regierungsbildung sind bislang unklar. Sollte eine Koalition aus Union und SPD zustande kommen, hätte die mögliche Schwarz-Grün-Koalition keine Mehrheit, was die politische Situation weiter verkompliziert, wie Berliner Zeitung berichtet.