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In Ellingen, einem Ort im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, findet ein innovatives Recyclingprojekt statt. Ein Recycling-Unternehmen hat sich der Wiederverwertung von Wahlplakaten aus Polypropylen, einem leicht recycelbaren Kunststoff, angenommen. Die Plakate werden zerkleinert und in Schnipsel von etwa fünf Millimetern Größe umgewandelt.
Anfangs gab es Bedenken hinsichtlich der Farben der Plakate, diese wurden jedoch als recycelbar eingestuft. Unterstützt wird das Unternehmen dabei von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden, mit dem Ziel, ein rezeptierbares Material aus Wahlplakaten zu entwickeln.
Innovativer Recyclingprozess
Der Recyclingprozess umfasst das Mischen der Schnipsel mit anderen Materialien, um deren Weiterverarbeitung zu ermöglichen. Das daraus entstandene neue Granulat kann in Spritzgussmaschinen erhitzt und umgeformt werden. Experten heben hervor, dass dieses Verfahren auch auf andere thermoplastische Kunststoffe angewendet werden könnte.
Die Bedeutung von recyclingfähigen Materialien wird auch durch die enorme Kunststoffproduktion deutlich: Seit 1950 sind rund neun Milliarden Tonnen Kunststoff erzeugt worden. Die EU verfolgt das Ziel, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und plant, 20 % Recyclingkunststoff in der Automobilindustrie zu integrieren. Ein Beispiel für die Anwendung dieser Recycling-Techniken ist die Umwandlung von Wahlplakaten in neue Produkte wie Kreiseln, die die Vielseitigkeit und das Potenzial dieser Initiative demonstrieren.
Darüber hinaus thematisierte Ernst Krottendorfer die Notwendigkeit einheitlicher Standards im Verpackungsdesign, um die Recycling-Raten zu verbessern, wie GS1 Austria berichtete. In Deutschland existieren derzeit acht Sammelsysteme mit verschiedenen Bewertungskriterien, die zu einer uneinheitlichen Recyclingfähigkeit führen. Um eine gemeinsame Basis zu schaffen, ist ein einheitliches Verständnis für Recyclingfähigkeit und Nachhaltigkeit erforderlich.
Das Projekt verdeutlicht die Bedeutung von Kooperationen zwischen Unternehmen und Bildungsinstitutionen, um praktische Erfahrungen und Herausforderungen im Bereich Recycling zu bündeln und innovative Lösungen zu entwickeln.