Politik

Gratis-Nachhilfe in Wien: Frust bei Lehrern, Desinteresse bei Schülern!

Die Kluft in den Wiener Schulen weitet sich: Lehrer schlagen Alarm über die Zustände in den städtischen Lernhilfekursen. Was einst als unterstützende Maßnahme für Schüler gedacht war, hat sich laut Berichten von Lehrkräften rapide verschlechtert. Besonders betroffen sind die kostenlosen Deutsch-, Englisch- und Mathematikkurse, die vor allem von Kindern aus Migrantenfamilien genutzt werden. Doch anstatt dankbar zu sein und die Chancen zu nutzen, zeigen viele Schüler wenig bis kein Interesse am Unterricht. Die Lehrkräfte berichten, dass die Lernhilfe-Kurse „aus dem Ruder“ laufen. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die neu zugewanderten syrischen Familien. Ein bemerkenswerter Punkt, den die Lehrerstimme immer wieder zu hören bekommt: „Ich mache nicht, was du willst!“ – eine klare Verweigerung von Anweisungen und Ansporn zum Lernen.

Seit zehn Jahren gibt es die Gratis-Lernhilfe in Wien, doch die Zeichen eines Erfolgs lassen auf sich warten. Allein in den Jahren 2023 und 2024 zogen 17.000 Menschen im Rahmen des Familiennachzugs nach Österreich – 89 Prozent davon aus Syrien, darunter 3.098 schulpflichtige Kinder. Zielstrebiges Lernen? Fehlanzeige. Der Frust der Lehrkräfte wächst, wie exxpress.at berichtet. Lehrer berichten von Schülern, die ihre Arbeitshefte wegwerfen oder trotz Aufforderung nicht in die Kurse kommen. Der Einsatz von zusätzlicher Lehrkraft bleibt häufig ebenfalls ohne Wirkung.

Die Herausforderung wächst

Mit einem immer härter werdenden Lehrermangel stehen die Schulen vor weiteren Problemen. Die Stadt Wien findet immer schwerer qualifizierte Lehrkräfte für die Nachhilfeprogramme. Die Anforderungen an Lehrkräfte wurden verringert: Ein abgeschlossener Germanistik-Studiengang ist nicht mehr erforderlich, um Deutsch zu unterrichten. Doch selbst mit diesen Erleichterungen bleibt die Lage ernst. Lehrer, die sich der Herausforderung weiterhin stellen, berichten von offenem Widerstand und Ablehnung selbst seitens der Eltern. „Den Eltern ist es egal, ob die Kinder etwas lernen. Sie machen nicht mit“, wird als frustrierender Rückblick eines Lehrers beschrieben.

Ein weiteres Problem betrifft die Ausstattung: Auch die Bereitstellung von Materialien bleibt oft an den Pädagogen hängen, die aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Es ist ein Teufelskreis: Steuergelder fließen ungebremst, während erwartete Resultate ausbleiben. „Viele Kinder bringen nicht einmal Papier oder Bleistift mit“, klagen Lehrer über die mangelnde Unterstützung seitens der Familien. Die tatsächlichen Kosten sind nicht einsehbar, doch die Schätzungen von eXXpress belaufen sich auf über zwei Millionen Euro jährlich allein für die Honorare der Lehrer.

Ein Ausblick in die Zukunft

Trotz aller Widrigkeiten ist eines sicher: Die Bildungsbehörden müssen handeln. Die Gleise für die Lernhilfekurse müssen neu verlegt werden, um das Vertrauen und die Motivation zurückzugewinnen. Die Zeit drängt, denn das Potenzial der jungen Zuwanderer kann nicht vergeudet werden. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die Stadtverwaltung in den kommenden Monaten ergreifen wird, um der Krise entgegenzutreten, wie exxpress.at eindringlich beschreibt.