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Mitten in einem Berliner Café entfaltet sich eine Szenerie, die schwer verdaulich ist: Junge Männer lauschen gebannt einer Rede des berüchtigten Sprechers der Al-Kassam-Brigaden der Hamas, Abu Obeida. Auf einem Flachbildschirm zieht er in Militärkluft eine Hasspredigt ab, die von den Gästen des „Hamsho“-Cafés am Hermannplatz ehrfürchtig aufgenommen wird. Sein Gesicht hinter einem Palästinensertuch verborgen, verklärt er die brutalen Taten der Hamas vom 7. Oktober, als die militante Gruppe im Gazastreifen Israel überfiel, mordete und Brandschatzung betrieb. Der libanesische Sender „Al Mayadeen“ überträgt diese verstörenden Botschaften. Mehr dazu bei BILD.
Abu Obeida glorifiziert die Verstöße als heroische Märtyrertaten und verdreht die Verluste, die die Palästinenser erlitten, als strategischen Sieg – eine zynische Umkehr der Realität, die ihre Wirkung auf das Publikum nicht verfehlt. Nachdem der militante Chef feierlich erklärt, dass gefangene Terroristen im Austausch für Geiseln freikommen, situiert sich die Rede tief im ethischen Niemandsland. Die junge Zuhörerschaft, die teilweise mit Palästinenser-Tüchern geschmückt ist, verschmilzt beim Zuhören zu einer bedrückenden Einheit.
Propaganda und politische Signale
Das Café in Berlin-Neukölln verharrt zwischen Folklore und politischen Spannungen. An den Wänden prangen Abbildungen der Al-Aqsa-Moschee, die Symbolik der islamischen Eroberung Jerusalems aufgreifend. Im Hintergrund singen statt Propaganda-Cliquen jedoch syrische Lieder über die Liebe. Das politische Klima wird noch durch ein Wahlplakat des Neuköllner Linken-Kandidaten Ferat Koçak kontrastiert, der für seine Unterstützung pro-palästinensischer Interessen bekannt ist.
Die konträre Wahrnehmung dieser Szene wirft Fragen auf. Der erfahrene Islam-Experte Ahmad Mansour beschreibt das Video als Ausdruck verfestigter Parallelgesellschaften. Er warnt davor, dass die Desinformationen, die die Menschen erhalten, ihre Integration in die deutsche Gesellschaft verhindern. Diese Geschehnisse im Herzen Berlins sind ein Spiegel für gravierende Integrationsprobleme. Als BILD berichtet, wirft das Video ein grelles Licht auf das komplexe Mosaik sozialer und kultureller Gegensätze in Deutschland.