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Am 27. Februar 2025 gedenkt die Welt des Mordes an Boris Nemtsov, einem prominenten russischen Oppositionspolitiker, der vor zehn Jahren, am 27. Februar 2015, in Moskau ermordet wurde. Nemtsov wurde von Auftragsmördern erschossen, während er mit seiner Freundin in der Nähe des Kremls spazieren ging. Sein Tod stellte einen Wendepunkt in der Repression gegen Kritiker des Kremls dar und markierte einen düsteren Moment in der russischen Politik.
Nemtsov war ein offener Kritiker von Präsident Wladimir Putins Regime und sprach sich energisch gegen die Annexion der Krim 2014 aus. Im Kontext des Kriegs in der Ostukraine bezeichnete er diesen als „Putins Krieg gegen die Ukraine“ und kritisierte ihn als „zynischen, betrügerischen, blutigen und brüderlichen Krieg“, wie The Moscow Times berichtete.
Die Umstände des Mordes
Boris Nemtsov wurde am 27. Februar 2015 auf der Bolshoy Moskvoretsky-Brücke in Moskau, in der Nähe des Kremls, von mehreren Schüssen in den Rücken getroffen. Fünf Männer aus Tschetschenien wurden zwei Jahre später für seinen Mord verurteilt und erhielten Haftstrafen zwischen 11 und 20 Jahren. Wahre Hintermänner des Auftragsmordes sind bislang nicht identifiziert worden, was auf eine tiefere Problematik in der russischen Justiz hindeutet, wie Meduza erläuterte.
Nemtsovs Freund und Mitstreiter, Wladimir Kara-Murza, der für Demokratie in Russland kämpft und Moskaus Aktionen in der Ukraine kritisiert, reflektierte anlässlich des zehnjährigen Gedenkens an Nemtsovs Tod über dessen Vermächtnis. Kara-Murza war selbst über zwei Jahre lang inhaftiert, bevor er im August 2024 während eines Gefangenenaustauschs in Ankara freigelassen wurde. Nemtsov war 1997 als erster stellvertretender Ministerpräsident in die Bundesregierung eingetreten und galt bis zu seinem Tod als eine der einflussreichsten Figuren der russischen Politik.