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Gesundheitsversorgung im Ried: NORIE-Projekt zeigt erste Erfolge!

Das NORIE-Projekt (Netzwerk Ortsnahe Versorgung Ried) wurde 2020 im Kreis Bergstraße ins Leben gerufen, um eine bedarfsgerechte, nachhaltige und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Zu den beteiligten Kommunen zählen Biblis, Bürstadt, Einhausen, Groß-Rohrheim, Lampertheim und Lorsch. Das Projekt erhält Unterstützung vom Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz.

Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung wurden die Erfolge und Erkenntnisse des Projekts reflektiert. Landrat Christian Engelhardt und Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach hoben die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit hervor. Ein Grußwort von der Hessischen Ministerin Diana Stolz begleitete die Gründung des Projekts. Der Fachbereich Gesundheitsversorgung des Kreises Bergstraße initiierte verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

Maßnahmen und Erfolge des NORIE-Projektes

Zu den Kernaufgaben des Projekts gehören die Analyse der Versorgungsbedarfe, Gesundheitsförderung, Nachwuchsförderung sowie die Organisation von Gesundheitskonferenzen. Die Kooperation mit dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Goethe-Universität Frankfurt am Main steht hierbei im Vordergrund. Ein besonderer Erfolg stellt die Implementierung der Psychosozialen Fachkraft auf dem Land (PauLa) dar. Diese bietet Verweisberatungen und Unterstützung für Seniorinnen und Senioren ohne Pflegegrad.

Die PauLas engagieren sich in verschiedenen Projekten, darunter Sturzprophylaxekurse, die Wanderausstellung „Was heißt schon alt?“ und das Projekt „Belebte Friedhöfe“. Ziel ist es, die Gesundheitsförderung sowie Prävention zu stärken und die Selbstbestimmtheit älterer Menschen zu steigern. Die gewonnenen Erfahrungen des NORIE-Projektes sollen zudem zur Entwicklung regionaler Versorgungsstrategien genutzt werden.

Die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum des Kreises hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert. Wie Kreis Bergstraße berichtete, lag der fiktive Versorgungsgrad in sieben Gemeinden des Kreises 2018 unter 75%, was als unterversorgt gilt. Im Vergleich dazu waren 2016 nur drei Gemeinden von einer unzureichenden hausärztlichen Versorgung betroffen. Die Bewohner von Neckarsteinach werden durch eine Zweigstelle versorgt, während im NOVO-Gebiet des Vorderen Odenwalds und im Ried bereits einige Kommunen wie Biblis und Bürstadt unterversorgt waren.

Die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung werden durch zahlreiche Praxis-Schließungen verstärkt, die für 2019 angekündigt sind, unter anderem in Lorsch. Es fanden viele Anfragen aus verschiedenen Bereichen des Kreises zu Information, Beratung und Begleitung statt. Aus diesen Erkenntnissen heraus wurde eine neue interkommunale Zusammenarbeit nach dem Vorbild von NOVO für die Teilregion Ried ins Leben gerufen. Diese umfasst die Kommunen Biblis, Bürstadt, Einhausen, Groß-Rohrheim, Lampertheim und Lorsch.