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In Esslingen wird über die Unterstützung einer neuen digitalen Plattform für Ehrenamtliche diskutiert. Die Esslinger Gemeinderäte haben eine Entscheidung über die Ehrenamtsplattform Volunteam vertagt. Die Verwaltung hat die Förderung eines lokalen Start-ups vorgeschlagen, das insbesondere jüngere Menschen für soziales Engagement begeistern möchte. Sozialbürgermeister Yalcin Bayraktar betont die zentrale Rolle des Ehrenamts in der Gesellschaft und äußert, dass es zunehmend schwieriger werde, insbesondere die jüngere Generation für ehrenamtliche Tätigkeiten zu motivieren.
Das Start-up Socialsquared, gegründet von zwei Studierenden der Esslinger Hochschule, entwickelt die digitale Ehrenamtsbörse Volunteam. Diese Plattform ermöglicht es Nutzern, sich mit wenigen Klicks für kurzfristige Einsätze zu melden. Das Interesse an dem Projekt ist hoch, und es gibt Zustimmung von allen Fraktionen im Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales. Eine Entscheidung über die beantragte Förderung in Höhe von jeweils 15.000 Euro für die Jahre 2025 und 2026 wurde jedoch vertagt, um weiteren Klärungsbedarf zu berücksichtigen. Besonders die CDU-Fraktion hat eine erste Lesung beantragt, während ein AfD-Stadtrat Bedenken bezüglich des Alleinstellungsmerkmals äußerte.
Details zur Plattform Volunteam
Aktuell befindet sich Volunteam in der Pilotphase und richtet sich an junge Menschen sowie Seniorinnen und Senioren. Die Esslinger Freiwilligenagentur soll mittelfristig in die Plattform integriert werden. Volunteam wird als Buchungssystem für einfache Einsätze von ein bis zwei Stunden fungieren. Das Ziel ist es, Hürden für junge Leute zu minimieren und ihnen Schulungsvideos anzubieten.
Nutzer können Kompetenz-Punkte sammeln, um sich für qualifiziertere Aufgaben zu qualifizieren. Zudem sollen soziale Einrichtungen berufliche Perspektiven bieten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Einrichtungen erhalten Profile zur Präsentation auf der Plattform, und bestehende Strukturen von Vereinen, Feuerwehr oder Jugendgemeinderat können ebenfalls integriert werden. Der Sozialamtsleiter Marius Osswald wird eine Liste anderer Anbieter zur Verfügung stellen.Esslinger Zeitung berichtete.
Eine erweiterte Perspektive auf digitale Engagementplattformen zeigt die Webseite der Deutschen Stiftung Engagement und Ehrenamt. Diese Plattform fördert die Aus- und Weiterbildung zum bürgerschaftlichen Engagement und hat bis jetzt über 29.000 Anmeldungen sowie über 4.000 vermittelte Mitarbeiter für die Aktion „Teamevent Plus“ erreicht. Die Plattform bietet über 700 Projekte online an, darunter sowohl kurz- als auch langfristige Engagementmöglichkeiten.
Besonders hervorzuheben ist der niedrigschwellige und unbürokratische Zugang zum Ehrenamt. Interessierte können sich einfach online anmelden und schnell ihr Wunschengagement finden. Darüber hinaus werden Informationsveranstaltungen digital angeboten, um potenziellen Ehrenamtlichen zusätzlich zu helfen. Die Initiative „Jede und Jeder kann helfen“ fokussiert insbesondere auf Kurzzeiteinsätze für berufstätige und junge Menschen mit einem kleinen Zeitbudget.