
Am Samstag versammelten sich in Tübingen 1.700 Menschen zum Internationalen Frauentag, um für feministische Anliegen zu demonstrieren. Unter dem Motto „United we Fight – Für ein feministisches Tübingen“ wurde eine klare Botschaft an die Gesellschaft gesendet. Organisiert wurde die Kundgebung von dem Bündnis 8. März, welches die Vielzahl der Teilnehmer auf dem Marktplatz bis zum Zinserdreieck führte.
Die Veranstaltung thematisierte insbesondere bevorstehende soziale Kürzungen sowie die oft unsichtbare Care-Arbeit, die auf Frauen lastet. Begleitet von Ordnern, Sanitätern und einem „Awareness-Team“, das Unterstützung für alle Teilnehmenden bot, gab es an jedem Halt der Demo Redebeiträge von politischen Gruppen aus der Region. Besonders hervorgehoben wurde ein Zeichen der Gruppe „Gemeinsam Kämpfen für Demokratische Autonomie und Selbstbestimmung“, die mit einem „leeren Block“ auf die Schattenseiten patriarchaler Gewalt aufmerksam machte.
Forderungen und Botschaften der Demonstrationen
Ein zentraler Redebeitrag erinnerte an Frauen, die Opfer patriarchaler Gewalt wurden sowie an jene, die bereits für ihre Rechte gekämpft haben. Der Slogan „FLINTA*, die kämpfen sind FLINTA*, die leben. Lasst uns das System aus den Angeln heben“ fasste die entschlossene Haltung der Demonstrierenden zusammen. FLINTA* steht hier für cis Frauen, Lesben, inter*, nicht binäre, trans* und agender Personen.
Trotz der Ankündigung einer Störung durch eine rechte Gruppe verlief die Demonstration ohne Zwischenfälle. Die Durchführung der Kundgebung wurde live im Radio Wüste Welle übertragen und stellte die Stimmen und Anliegen der Teilnehmer ins Rampenlicht.
Der Internationale Frauentag, der weltweit am 8. März gefeiert wird, hat eine lange Geschichte, die bis zu seiner ersten Feier im Jahr 1911 in mehreren europäischen Ländern zurückreicht. Er wird seitdem immer wieder neu besprochen, angepasst und findet in zahlreichen Ländern als gesetzlicher Feiertag Anerkennung, wie beispielsweise in Berlin seit 2019 oder in Mecklenburg-Vorpommern seit 2023. Der Tag, der stark durch feministische Utopien und die Forderung nach Gleichstellung geprägt ist, bleibt von zentraler Bedeutung in den Diskussionen um Geschlechtergerechtigkeit, wie [baf-tuebingen.de](https://www.baf-tuebingen.de/geschichte_8_maerz_frauentag/) berichtet.
Soziale Gerechtigkeit, sichere Lebensbedingungen und die Forderung nach einer gerechteren Welt stehen auch zukünftig im Fokus von Veranstaltungen und Aktionen, die sich für Frauenrechte einsetzen.