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Messerverbot an Berlins S-Bahnhöfen: Sicherheit oder Überreaktion?

In Berlin ist die Stimmung angespannt, nachdem in letzter Zeit vermehrt Messerstechereien und Gewaltdelikte an öffentlichen Orten verzeichnet wurden. Um auf diese besorgniserregende Entwicklung zu reagieren, hat die Bundespolizei ein Verbot für das Mitführen von Messern und anderen gefährlichen Gegenständen an mehreren großen S-Bahnhöfen in der Hauptstadt erlassen. Dieses Verbot gilt seit dem 7. März bis zum Ende des Monats.

Das Verbot betrifft insbesondere die Bahnhöfe Hauptbahnhof, Zoologischer Garten, Friedrichstraße, Alexanderplatz, Gesundbrunnen, Spandau, Ostbahnhof, Warschauer Straße, Ostkreuz, Lichtenberg, Neukölln und Südkreuz. Es ist täglich von 14 Uhr bis 4 Uhr in Kraft und schließt auch Reizgas sowie Schlaggegenstände ein.

Gründe für das Verbot

Die Entscheidung wurde unter dem Grund getroffen, dass es eine wiederholte Häufung von strafrechtlich relevanten Vorfällen mit gefährlichen Gegenständen gegeben hat. Diese Maßnahme ähnelt einem bereits seit Dezember in Hamburg bestehenden Verbot des öffentlichen Nahverkehrs. In der Vergangenheit hatte es bereits zeitlich begrenzte Verbote in Berlin gegeben, beispielsweise zu Neujahrsnächten. Verstöße gegen das Messerverbot können mit Zwangsgeld und der Beschlagnahmung der Waffen geahndet werden.

Der Vorfall hat auch Parallelen zu einem jüngeren Verbot der Bundespolizei zu verzeichnen, das an den Bahnhöfen Alexanderplatz, Gesundbrunnen, Warschauer Straße und Ostkreuz umgesetzt wurde. Dieses Verbot, das vom 7. Oktober bis 4. November 2024 galt, hatte ähnliche Hintergründe. An diesen Bahnhöfen kam es zu einem signifikanten Anstieg von Straftaten mit gefährlichen Gegenständen, wobei laut Statistik zwischen Januar 2019 und August 2024 insgesamt 2.403 Gewaltdelikte registriert wurden, wovon 304 Delikte mit gefährlichen Gegenständen verübt wurden, darunter Messer und Reizgas. Um die Sicherheit an diesen Bahnhöfen zu erhöhen und gewalttätige Konfrontationen zu deeskalieren, wurde das Verbot eingeführt, wie rbb24 berichtete.