
Am 8. Mai 1945 kapitulierte das Hitler-Regime und damit endete der Zweite Weltkrieg. Anton Fütterer, der am 9. Juli 1938 in Mittenwald geboren wurde, erinnert sich an die Ereignisse, die mit dem Kriegsende verbunden sind. Mit nur sieben Jahren erlebte Fütterer den Einmarsch der US-Truppen in Mittenwald im Mai 1945. Er beschreibt, wie eine amerikanische Bombe als Blindgänger in seinem Ort niederfiel und berichtet von den Bombardements, die die Stadt schwer trafen.
Fütterer beobachtete die Zerstörung durch Phosphorbomben und erinnert sich an einen Sturzkampfbomber (Stuka), der in der Nähe seines Heustadels abstürzte. Dabei versuchte der Pilot, sich mit einem Schleudersitz zu retten, schaffte es jedoch nicht. Im Sommer 1945 wurde Fütterer mit seinem Zug von Kampfflugzeugen beschossen, als sie nach Tirol fuhren; der Zug konnte glücklicherweise in einen Tunnel fliehen, aber das letzte Abteil wurde getroffen. Am 27. April 1945 erkundeten er und sein Bruder leere Kasernen und fanden ein verlassenes BMW-Motorrad.
Erinnerungen an den Krieg und die Nachkriegszeit
Am 30. April 1945 erlebte Fütterer schwere Bombardierungen, die die Infrastruktur zerstören sollten. Am 1. Mai marschierten schließlich die US-Truppen kampflos in Mittenwald ein. In diesem Kontext erinnert sich Fütterer an eine Schneeballschlacht mit amerikanischen Soldaten, die freundlich auf ihn reagierten. Es war das erste Mal, dass er dunkelhäutige Menschen sah, und er durfte erstmals Kaugummi essen.
Parallel zu den persönlichen Erlebnissen von Anton Fütterer finden sich in den historischen Aufzeichnungen jedoch auch die grausamen Geschehnisse der „Todesmärsche“ im April 1945. Diese Märsche sind in den Berichten dokumentiert, in denen Gefangene aus Konzentrationslagern evakuiert wurden, um der vorrückenden Front zu entkommen. Jeder Häftling erhielt lediglich einen halben Laib Brot und etwas Margarine für einen Tag, während sie unter extremen Bedingungen marschieren mussten, die viele das Leben kosteten.
In einer dokumentierten Erzählung wird aufgeführt, dass zwischen Weilheim und Seefeld 174 Gräber gezählt wurden. Ein Häftlingszug, der am 23. April 1945 mit 1700 bis 1800 jüdischen Gefangenen gebildet wurde, kam am 25. April in Garmisch-Partenkirchen an. Der Zug, der nachts fuhr, um Luftangriffen zu entkommen, konnte am 28. April nicht weiter nach Innsbruck fahren, da der Tiroler Gauleiter die Übernahme des Zuges verweigerte. Am 30. April wurden Häftlinge per Bahn nach Mittenwald transportiert, und am 1. Mai warteten sie zwischen Scharnitz und Mittenwald auf die amerikanischen Truppen.
Wie berichtet wurde, wurden die überlebenden Häftlinge in Krankenhäusern und Pensionen in Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen untergebracht. Allerdings starben viele in den ersten Tagen nach ihrer Befreiung aufgrund von Erschöpfung und Misshandlungen, was die erschütternde Realität jener Zeit unterstreicht.