BodenseekreisRavensburg

Vorsicht! Wilde Fahrten im April: Unfallgefahr durch Rehe steigt!

Im Frühjahr steigt die Gefahr von Wildunfällen, insbesondere im April und Mai. Laut der Jägervereinigung Tettnang passieren in diesen Monaten die meisten Unfälle mit Rehen. Jede dritte im Jahr gemeldete Kollision erfolgt in diesem Zeitraum. Besonders kritisch ist die Zeit um die Morgendämmerung, da viele Wildtiere zu dieser Zeit aktiv sind.

Im Polizeipräsidium Ravensburg gab es 2022 insgesamt 3123 registrierte Wildunfälle, davon 713 im Bodenseekreis. Im Jahr 2023 gab es einen Anstieg der Wildunfälle, die Zahlen sind jedoch zurückgegangen, liegen aber noch etwa sieben Prozent über dem Durchschnitt der Vorjahre. In 76 Prozent der Fälle kam es zu Kollisionen mit Rehen, gefolgt von Dachsen und Füchsen.

Erhöhtes Risiko durch Zeitumstellung

Die Umstellung auf Sommerzeit am 31. März erhöht die Unfallgefahr auf Straßen. Insbesondere morgens von 6 bis 8 Uhr und abends von 21 bis 23 Uhr ist mit einer hohen Unfallgefahr zu rechnen. April und Mai verzeichnen zusammen mehr als ein Fünftel der jährlichen Wildunfälle. Hauptursachen sind Revierkämpfe bei männlichen Tieren und die Futtersuche nach der Winterzeit. Die Zeitumstellung lässt den Berufsverkehr in die Dämmerung fallen, was eine besonders aktive Zeit für Rehe darstellt.

Die Empfehlungen der Experten beinhalten eine erhöhte Wachsamkeit beim Fahren, insbesondere in der Dämmerung. Autofahrern wird geraten, Geschwindigkeit zu reduzieren und unter Umständen hupen und bremsen, wenn Tiere am Straßenrand sichtbar sind. Eine angepasste Geschwindigkeit kann den Bremsweg signifikant verkürzen, zum Beispiel um 25 Meter bei 80 km/h im Vergleich zu 100 km/h.

Im Falle eines Wildunfalls sollten Autofahrer die Unfallstelle sichern, die Warnblinkanlage aktivieren, eine Warnweste anziehen und ein Warndreieck aufstellen, bevor sie die Polizei rufen. Tote Tiere sollten nur mit Handschuhen angefasst werden, der Abstand zu lebenden Tieren muss gewahrt bleiben. Verunfallte Tiere sollten gemeldet werden, damit Jäger mit ausgebildeten Hunden das verletzte Tier finden können. Eine Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei kann für die Versicherung erforderlich sein.