
Die Stadt Tettnang hat ihr Wanderwegenetz im Rahmen der Initiative „Qualitätsoffensive Wandern“ des Landratsamts Bodenseekreis umfassend überarbeitet. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Einführung eines neuen, einheitlichen Beschilderungssystems, das auf rund 120 Kilometern Wanderwegen installiert wurde.
Bereits 320 Richtungswegweiser und 400 Kurzschilder sollen nun die Orientierung für Wanderer verbessern. Wandern hat in Deutschland einen hohen Stellenwert und belegt Platz vier der bevorzugten Reisearten für Urlaubsaktivitäten, wobei etwa 11% der Bevölkerung regelmäßig wandern. Tettnang, als flächenmäßig größte Gemeinde im Bodenseekreis mit über 71 Quadratkilometern, bietet sich besonders für naturnahes Wandern an.
Qualitätsstandards und Nachhaltigkeit
Das Projekt verfolgt das Ziel, einheitliche Standards für die Wanderwegweisung im gesamten Bodenseekreis zu etablieren. Die erste flächendeckende Beschilderung wurde in den 2000er-Jahren mit Unterstützung von Interreg- und Landesmitteln eingeführt. Seit 2018 wird das Wanderwegenetz kontinuierlich erweitert und überprüft, sodass es mittlerweile rund 800 Kilometer umfasst.
Die Koordination der Überarbeitung der Wanderwege oblag der Tourist Information Tettnang, die in Zusammenarbeit mit proECO und dem Schwäbischen Albverein tätig war. Im Fokus der Maßnahmen stand die Identifizierung attraktiver Routen, wobei insbesondere Asphaltabschnitte gemieden wurden. Zudem wurden kulturelle und landschaftliche Highlights, wie ein geologischer Lehrpfad und die Burgruine Altsummerau, in die Wanderrouten integriert. Die Umsetzung der neuen Beschilderung verantwortete der städtische Bauhof, dessen Mitarbeitende durch proECO geschult wurden.
In der Zukunft sind unter anderem die Aufstellung von Informationstafeln mit Wanderkarten an Wanderparkplätzen sowie die digitale Aufbereitung thematischer Rundwege geplant. Wanderer haben zudem die Möglichkeit, Hinweise zu Mängeln an Wanderwegen über das „Sag’s doch“-Portal oder die Tourist Information per E-Mail zu melden.
Ein umfassendes Qualitätskonzept für Wanderwege wird auch durch den Deutschen Wanderverband national umgesetzt. Der Verband hat klare Qualitätskriterien definiert, die die Bedürfnisse der heutigen Wanderer und den Naturschutz berücksichtigen, und beinhaltet die Einbindung aller relevanten Interessensgruppen in den Qualitätsprozess. Dies schließt Forstverwaltungen, Naturschutzbeauftragte und Tourismusverantwortliche ein, um eine nachhaltige Wegeführung und regelmäßige Pflege zu gewährleisten, wie [wanderbares-deutschland.de](https://www.wanderbares-deutschland.de/service/qualitaetsinitiativen/qualitaetswege) berichtete.