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Kleinste Insel im Bodensee: Rettungsaktion vor dem endgültigen Verfall!

Die Insel Hoy im Bodensee steht derzeit vor ernsthaften Herausforderungen. Aufgrund des anhaltend niedrigen Wasserstandes ist die mit 53 Quadratmetern kleinste Bodensee-Insel momentan keine Insel mehr, sondern nur noch über den trockenen Grund des Bodensees erreichbar. Die Insel liegt 100 Meter vom Festland entfernt und ist nicht bewohnt. Erst vor rund 100 Jahren wurde sie von einem ehemaligen Villenbesitzer als private Badeinsel angelegt und ist seit 1973 im Besitz des Freistaates Bayern, während die Stadt Lindau für sie verantwortlich ist.

Die Schäden, die die Insel durch Unwetter und Hochwasser des vergangenen Jahres erlitten hat, erfordern dringend Maßnahmen. Teile der umgebenden Mauern sind bereits eingebrochen, und die Stadt Lindau befürchtet, dass die Insel den Sommer in ihrem aktuellen Zustand nicht überstehen kann, wie der stellvertretende Werkleiter der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL), Andreas Bauer, äußerte. Pius Hummler, der Werkleiter der GTL, erklärte, dass eine kurzfristige Reparatur notwendig ist, um die Insel vor dem Verfall zu bewahren. Ab Montag beginnen die GTL mit der Sanierung der Mauern, wobei eine provisorische Zufahrtsstraße für den Materialtransport errichtet werden soll.

Sanierungsarbeiten an der Insel Hoy

Die Instandhaltungsmaßnahmen sehen den Rückbau der abgängigen Mauern, den Einbau einer neuen Schalung sowie das Betonieren vor, das für den kommenden Samstag geplant ist. Eine Rampe wurde bereits am Übergang zur Promenade aufgeschüttet. Während der Arbeiten werden die Mitarbeiter teilweise länger als üblich und auch am Wochenende arbeiten, um den niedrigen Wasserstand optimal zu nutzen. Die Kosten für die Sanierungsarbeiten belaufen sich auf rund 25.000 Euro.

Pius Hummler hat betont, dass die Bauweise so massiv ist, dass die neuen Mauern mehrere Jahre halten sollten. Dennoch ist die Sanierung nur provisorischer Natur, da die Stadt derzeit keine finanziellen Mittel für eine umfassende dauerhafte Lösung zur Verfügung hat. Besucher, darunter Tretboot-Fahrer, klettern häufig auf die Insel, was zu weiteren Schäden an den Mauern führt. Bettina Wind, die Pressesprecherin der Stadt Lindau, erklärte, dass der Besuch der Insel zwar nicht gewünscht, jedoch geduldet sei. Die Insel Hoy, die durch ihre historische Bedeutung als Badeinsel und ihre Attraktivität für Paare, die im Lindauer Standesamt heiraten, bekannt ist, benötigt dringend Hilfe, um ihren Verfall zu verhindern.

Das Ausmaß der Schäden an der Insel Hoy und die geplanten Sanierungsmaßnahmen wurden auch von Weather.com thematisiert, das die Bedenken äußerte, dass weitere Schäden durch die extremen Wetterbedingungen die Situation verschärfen könnten.